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Franziskanische Melodien zwischen Dom und Festspielhaus

Mit Domkapellmeisterin Andrea Fournier auf den Spuren von Franz von Assisi in Salzburg.
Mit Domkapellmeisterin Andrea Fournier auf den Spuren von Franz von Assisi in Salzburg.

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (9): In diesem Jahr steht der heilige Franz von Assisi im Mittelpunkt einer großen Festspielproduktion. Eine Spurensuche, wie Franziskus bis heute Kirchenmusik prägt.

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Trisha Rufinatscha
Trisha Rufinatscha
Redakteurin

Schauplatz Felsenreitschule. Scheinwerfer an für Olivier Messiaens Oper „Saint François d’Assise“. In drei Akten und acht Bildern erzählt der französische Komponist die Geschichte des heiligen Franz von Assisi von seinen Anfängen an.

 

Franziskus 800 Jahre Signet

 

Natur als Zentrum


Aus Überlieferungen wissen wir, dass die Natur dabei eine zentrale Rolle spielt. Wir wissen über Messiaen, dass er leidenschaftlicher Ornithologe war und Vogelstimmen auf seinen Reisen notierte.

 

Für ihn waren die Lieder der Vögel besonders:

Sie symbolisierten die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Vogelgesänge durchziehen deshalb die gesamte Oper

, sagt uns Domkapellmeisterin Andrea Fournier. „Auch die komplexen rhythmischen Strukturen sind typisch für Messiaen. Sie gelten als äußerst anspruchsvoll zu musizieren und stehen für den Komponisten als Ausdruck innerer Freiheit.“ Doch welche Spuren hat Franz von Assisi in der Kirchenmusik Salzburgs hinterlassen? Für Domkapellmeisterin Andrea Fournier liegt der Ursprung in einem der bekanntesten Texte des Heiligen: dem „Sonnengesang“. „Franz von Assisi hat die Kirchenmusik durch den ,Sonnengesang‘, ein religiöses Lied in der Volkssprache, nachhaltig geprägt“, sagt sie. Der Lobpreis der Schöpfung zählt zu den frühesten geistlichen Dichtungen in italienischer Volkssprache und wirkt bis heute nach.

 

Blick eines Franziskaners


Auch Pater Moritz Windegger OFM sieht Franz von Assisi als prägende Gestalt der Musikgeschichte – allerdings nicht in erster Linie als Komponist.

 

Pater Moritz Windegger OFM.

Pater Moritz Windegger OFM

hat uns im Franziskanerkloster empfangen.

 

„Franz von Assisi gilt als Wegmarke auch in der Musik, nicht als großer Komponist, sondern durch sein dichterisches Talent, etwa im ,Sonnengesang‘ oder beim Schreiben lyrischer Texte. Darin kann man eine Melodie des Lebens heraushören. Sein Lobpreis Gottes ist ein gelebter und gesungener Lobpreis. Daraus ist eine franziskanische Tradition entstanden. Wir verbinden mit Franz von Assisi das fröhliche Singen“, sagt der Franziskaner.

 

Groß angelegte Vertonungen des „Sonnengesangs“ gehören allerdings nicht zur musikalischen Tradition des Salzburger Doms. Als Beispiel nennt Fournier den „Sonnengesang“ von Franz Liszt. Dennoch lebt der franziskanische Gedanke in der Dommusik weiter. „Anknüpfend an den Lobpreis der Schöpfung führen wir am 18. Oktober Joseph Haydns Oratorium ,Die Schöpfung‘ auf“, erklärt die Domkapellmeisterin. Und welches Werk würde Franz von Assisi wohl selbst während der Festspielzeit auswählen? Andrea Fournier muss nicht lange überlegen: „Mir fällt sofort ,Membra Jesu Nostri‘ von Dieterich Buxtehude ein.“ Der Passionszyklus betrachtet die sieben Wundmale Christi und erinnert damit an einen zentralen Moment im Leben des Heiligen: den Empfang der Stigmata, der Wundmale Jesu, als Zeichen seiner tiefen Christusverbundenheit. Franz von Assisi bleibt musikalisch präsent. Seine Liebe zur Schöpfung, seine Demut und seine Nähe zu den Menschen inspirieren Komponisten seit Jahrhunderten.

Serien Ressort
Darstellung des hl. Franziskus im Salzburger Franziskanerkloster.
Serien

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese Salzburg (1)

Zum Auftakt einer Serie zum Jubiläumsjahr des heiligen Franziskus ein Überblick: Wir entdecken Orte, Menschen und Geschichten, in denen der franziskanische Geist seit Jahrhunderten prägend wirkt – von historischen Klöstern bis zu lebendigen Gemeinschaften in der Erzdiözese heute.

Unterwegs mit Bruder Brian: Seit mehr als 400 Jahren prägen die Kapuziner Salzburg – nicht nur das Stadtbild.
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Von der Linzergasse nach San Damiano

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (2) rund um das Salzburger Kapuzinerkloster am gleichnamigen Stadtberg finden sich viele. Geführt von Bruder Brian erkunden wir die konkreten Orte im Konvent und im Haus. 

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Geliebt oder gehasst? Die Kapuziner in Tamsweg.

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (3): Zur Geschichte des Kapuzinerklosters Tamsweg im Lungau gibt es zumindest zwei abweichende Erzählungen. Und in beiden steckt ein Körnchen Wahrheit.

Den stillen, schlichten Gegenpol zum Luxus der Gamsstadt Kitzbühel leben die vier Patres des ehemaligen Kapuzinerklosters (v. l.): P. Giuseppe M. di Maso, P. Peter M. Insam, P. Carlo M. Iellici und P. Taddäus M. Simeth
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An Gott klammern, nicht ans Geld

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (4): Seit 2002 leben im ehemaligen Kapuzinerkloster in Kitzbühel Franziskaner der Immakulata. Der weltweit verbreitete, päpstlich anerkannte Ordenszweig ist der Gottesmutter geweiht und stellt Gebet, Einfachheit und das Vertrauen auf Gottes Vorsehung in den Mittelpunkt seines Lebens.

Franz von Zülow,  Die Vogelpredigt, 1922, Lithografie, handkoloriert.
Serien

Das Erbe des heiligen Franziskus

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (5): Vor 800 Jahren starb der Ordensgründer Franz von Assisi. Auch das Salzburger DomQuartier rückt im Jubiläumsjahr den Heiligen und jene, die auf seinen Spuren wandeln, in den Mittelpunkt.

Serien

Hier begegnet man der Geschichte

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (6): Auf den franziskanischen Spuren in der Stadt Salzburg führt der Weg unweigerlich auch hinauf zum Franziskischlössl auf dem Kapuzinerberg. 

Serien

Salzburgs Erzbischöfe und ihr Herz für die Bettelmönche

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (7): Der Sakramentsaltar im Salzburger Dom.

Pfarrer Roman Eder vor dem 'Schlafenden Kapuziner'.
Serien

Im Land des "Schlafenden Kapuziners"

Franziskanische Spuren in der Erzdiözese (8): im Pongau folgen wir den Spuren der Kapuziner weiter. Mehr als 300 Jahre prägten sie Radstadt und das Salzburger Ennstal.


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FAX: 0662/8047-52030

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