Salzburg/Tirol. „Der Herr gab mir Brüder.“ So schlicht aber folgenreich beschreibt der heilige Franziskus in seinem Testament den Anfang seiner Gemeinschaft. In seinem Gefolge wird diese Erfahrung immer wieder erzählt: Menschen finden zusammen, um das Evangelium Jesu Christi wirklich zu leben – in Armut, Freude und Geschwisterlichkeit. Auch in der Erzdiözese Salzburg finden sich 800 Jahre nach dem Tod des heiligen Franz von Assisi zahlreiche Spuren franziskanischen Lebens, die unsere Heimat geprägt haben – und bis heute prägen.
Mit dieser Serie gehen wir verschiedensten franziskanischen Spuren in der Erzdiözese nach. Wir besuchen Orte, an denen Franziskaner oder Gemeinschaften der franziskanischen Familie heute leben oder in der Vergangenheit gewirkt haben. Dazu zählen etwa Kufstein-Sparchen, Mariapfarr (mit Franziskanern der kroatischen Provinz) oder Kitzbühel, eine Heimat der Franziskaner der Immakulata. Hier zeigt sich, wie franziskanische Spiritualität bis heute in Seelsorge, Gebet und Gemeinschaft lebendig bleibt.
Auch Klöster, spirituelle Orte und besondere Landschaften erzählen von dieser Tradition: Radstadt, Tamsweg oder Werfen tragen Erinnerungen an frühere franziskanische und kapuzinische Präsenz – manchmal sichtbar in Gebäuden, manchmal nur noch in Geschichten und lokalen Überlieferungen. So kamen einst im ehemaligen Franziskanerkloster in St. Anton an der Glocknerstraße Glaube und konkrete Nächstenliebe zusammen – und existieren heute verändert in anderer Trägerschaft weiter.
Auch in der Stadt Salzburg verstecken sich abseits der bekanntesten Orte weitere Spuren, die auf das kulturelle Erbe des Franz von Assisi zurückgehen. Wir besuchen spirituelle Kunst „am Wegesrand“, enthüllen kaum bekannte Geschichten und wollen zeigen: Franziskanische Spuren sind mehr als historische Erinnerungen. Sie erzählen von einer Spiritualität, die bis heute aktuell ist: von der Liebe zur Schöpfung, von der Nähe zu den Armen und von einer Kirche, die Geschwisterlichkeit lebt.
Der Geist des heiligen Franziskus hat Menschen über Jahrhunderte hinweg inspiriert.
Schließlich wollen wir Menschen und Gemeinschaften vorstellen, die heute den franziskanischen Geist weitertragen. Dazu gehören die Franziskanerinnen von Hallein, das Loretto-Kloster in der Stadt, die Gemeinschaft des Dritten Ordens sowie andere Formen franziskanischer Spiritualität.
Ein besonderes Beispiel ist unser Erzbischof Franz Lackner, der selbst aus dem Franziskaner-Orden stammt. Sein bischöflicher Dienst zeigt, dass franziskanische Spiritualität nicht nur eine historische Spur ist, sondern auch die Gegenwart der Kirche prägt. Unsere Serie zum Franziskusjahr lädt dazu ein, die Erzdiözese aus einer neuen Perspektive zu entdecken: als Ort, an dem der Geist des heiligen Franziskus über Jahrhunderte hinweg Menschen inspiriert hat – und es bis heute tut.