Überregional bekannt ist das Kloster für seine durchgängige Beichtgelegenheit. „Man kann jederzeit anläuten und beichten – auch in mehreren Sprachen“, erzählt Pater Peter Insam. Neben Deutsch sind Beichten unter anderem auf Englisch, Italienisch, Französisch oder Russisch möglich. Dieses Angebot werde nicht nur zu Ostern und Weihnachten gut angenommen, sondern auch von vielen Touristinnen und Touristen. Die Patres übernehmen gerne Aushilfsdienste in umliegenden Pfarren und sind bei kirchlichen Anlässen präsent – zuletzt etwa Pater Peter beim Vespatreffen mit Segnung in Kössen.

Der Franziskanerpater Peter Insam ist in Kitzbühel und Umgebung immer mit Habit und oft mit Vespa unterwegs.
Mitten im Luxusort Kitzbühel setzt das Kloster einen sichtbaren Kontrapunkt. Die vier Patres leben sehr schlicht. Das Gebäude ist alt, größere Renovierungen liegen Jahrzehnte zurück. „Wir leben von dem, was uns geschenkt wird“, sagt der Hausobere. Lebensmittel, Gutscheine und Unterstützung kommen aus der Bevölkerung, dazu bauen die Patres selbst Gemüse und Obst an, kochen Marmelade und verkaufen Apfelsaft. Alte Fahrzeuge wie ein Fiat Panda mit über 300.000 Kilometern sind sichtbare Zeichen dieses Lebensstils. „Wer Gott hat, braucht vieles nicht“, ist Pater Peter überzeugt. Gleichzeitig sind die Franziskaner dankbar für Förderer – etwa für die vor zwei Jahren abgeschlossene Kirchenrenovierung oder die geplante neue Heizung.

Das Kloster wurde 1698 bis 1702 erbaut. Der Stifter war der Herrschaftsinhaber von Kitzbühel, Johann Raimund Reichsgraf von Lamberg.
Wenn die Wintersaison vorbei ist und es still wird in der Gamsstadt, bleibt das Kloster ein spiritueller Anziehungspunkt. „Wir sind ein Bollwerk des Geistes“, so Pater Peter. Sie feiern täglich eine Messe, halten Rosenkranz und Meditation, donnerstags Anbetung. Besonders gut besucht ist der einzige sonntägliche Abendgottesdienst im Bezirk. Die Menschen suchen das Gespräch – auch viele prominente oder adelige Gäste, die ihren Glauben bewusst leben und bei der Messe mitgestalten möchten.
Die Patres ziehen sich nicht zurück, sondern gehen hinaus. Pater Peter trägt seinen Habit auch beim Skifahren oder Vespa-Fahren. „So entstehen Gespräche“, sagt er. Viele hätten kaum Berührung mit Ordensleben oder ein verzerrtes Bild von Kirche. Im Franziskusjahr ist es den Patres ein besonderes Anliegen, das Evangelium in den Alltag der Menschen zu tragen. Auch Ordensleute und Jugendgruppen finden im Kloster immer wieder offene Türen.