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Inhalt:

6. Sonntag im Jahreskreis

Lesejahr A
Evangelium
Mt 5, 20–22a.27–28.33–34a.37

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht.

Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

Kommentar Lesungen Psalm

1. Lesung

Sir 15,15–20

Gott gab den Menschen seine Gebote und Vorschriften. Wenn du willst, wirst du die Gebote bewahren und die Treue, um wohlgefällig zu handeln. Er hat dir Feuer und Wasser vorgelegt, was immer du erstrebst, danach wirst du deine Hand ausstrecken.

Vor den Menschen liegen Leben und Tod, was immer ihm gefällt, wird ihm gegeben. Denn groß ist die Weisheit des Herrn, stark an Kraft ist er und sieht alles. Seine Augen sind auf denen, die ihn fürchten, und er kennt jede Tat des Menschen. Keinem befahl er, gottlos zu sein, und er erlaubte keinem zu sündigen. 

2. Lesung

1 Kor 2, 6–10

Wir verkünden Weisheit unter den Vollkommenen, aber nicht
Weisheit dieser Welt oder der Machthaber dieser Welt, die einst entmachtet werden.

Vielmehr verkünden wir das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung. Keiner der Machthaber dieser Welt hat sie erkannt; denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.

Nein, wir verkünden, wie es in der Schrift steht, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.

Uns aber hat es Gott enthüllt durch den Geist. Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes.

Antwortpsalm

Psalm 119,1–2.4–5.17–18.33–34

Selig, deren Weg ohne Tadel ist, die gehen nach der Weisung des HERRN. Selig, die seine Zeugnisse bewahren, ihn suchen mit ganzem Herzen.

 

Du hast deine Befehle gegeben, damit man sie genau beachtet. Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, deine Gesetze zu beachten.

 

Handle an deinem Knecht, so werde ich leben. Ich will dein Wort beachten. Öffne mir die Augen, dass ich schaue die Wunder deiner Weisung!

 

Weise mir, HERR, den Weg deiner Gesetze! Ich will ihn bewahren bis ans Ende. Gib mir Einsicht, damit ich deine Weisung bewahre, ich will sie beachten mit ganzem Herzen!

Kommentar

Mag. Irene Blaschke, Referentin für Berufungspastoral
Irene Blaschke

Präfektin im Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg

Pflichterfüllung contra Herzenssache

Von Geboten zu sprechen, ist heute nicht mehr „in“. Viele verbinden damit sofort einen strafenden Gott und eine Moral, die den Menschen einengt. Wäre es da nicht einfacher, sich an den Satz des heiligen Augustinus zu halten: „Liebe – und tu, was du willst“?

Ist das nicht vielmehr im Sinn Jesu? Und doch bleibt die Frage: Wissen wir wirklich immer, was wahre Liebe ist – und was sie im konkreten Moment verlangt?

Die Lesung aus dem Buch Jesus Sirach formuliert nüchtern: „Der Mensch hat Leben und Tod vor sich; was immer ihm gefällt, wird ihm zuteil“ (Sir 15,17). Gebote sind nicht gegen das Leben gerichtet, sondern für das Leben. Sie schützen, was zerbrechlich ist, und geben Orientierung – wie Leitplanken, die Freiheit nicht abschaffen, sondern sie ermöglichen. Gott nimmt uns ernst: Er traut uns zu, zu wählen und er zeigt Wege, die nicht in Sackgassen führen.

Darum bleiben die Zehn Gebote, die Mose am Sinai empfing, auch für Jesus verbindlich. In der Bergpredigt greift er sie auf: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht töten …“ (Mt 5,21). Und dann folgt das „Ich aber sage euch …!“.

Hebt Jesus damit die Gebote auf? Nein. Aber er will das oberflächliche, minimalistische Verständnis der Gebote: „Du sollst nicht töten, schimpfen, ehebrechen“ … auf den immer schon gemeinten Kern hin auslegen. Denn bereits erste Schritte wie böse Gedanken und schlechtes Reden über andere treten eine Lawine los, die sich nicht stoppen lässt. Zorn, Beleidigung, Verleumdung, Unversöhnlichkeit sind oft der Anfang eines Tötungsdeliktes. Auch Treue zerbricht selten plötzlich; Ehebruch beginnt schon viel früher als erst mit der vollbrachten Tat. Darum ist der Schritt zur Versöhnung nicht „Extra“, sondern geistliche Notwendigkeit: zuhören, das eigene Recht nicht absolut setzen, um Vergebung bitten, vergeben – damit Beziehungen nicht innerlich sterben. Es geht darum, das Übel an der Wurzel zu packen. Jesus ruft zu einem Glauben, der tiefer geht als Pflichterfüllung: nicht Dienst nach Vorschrift, sondern ein Leben nach dem Herzen Gottes. Wer die glühende Mitte der Gebote sucht, findet die Liebe – und darf dann tatsächlich mit Augustinus sagen: „Liebe – und tu, was du willst.“

Weitere Einträge

Dreifaltikgkeitssonntag

Joh 3, 16–18
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Kommentar
Albert Thaddäus Esterbauer-P.

Vizekanzler der Erzdiözese Salzburg

Pfingsten

A
Joh 20, 19–23
Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Kommentar
Albert Thaddäus Esterbauer-P.

Vizekanzler der Erzdiözese Salzburg

Albert Thaddäus Esterbauer-P.

Siebter Sonntag der Osterzeit

A
Joh 17, 1–11a
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.
Kommentar
Albert Thaddäus Esterbauer-P.

ist Vizekanzler der Erzdiözese Salzburg.

Sechster Sonntag der Osterzeit

Joh 14, 15–21
Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.
Kommentar
Albert Thaddäus Esterbauer-P.

ist Vizekanzler der Erzdiözese Salzburg

Fünfter Sonntag der Osterzeit

A
Joh 14, 1–12
Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.
Kommentar
Albert Thaddäus Esterbauer-P.

Albert Thaddäus Esterbauer-P. ist Vizekanzler der Erzdiözese Salzburg.

Vierter Sonntag der Osterzeit

Joh 10, 1–10
Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Kommentar
Alexandra Kunstmann-Hirnböck

 Krankenhausseelsorgerin am Landeskrankenhaus
 Salzburg

Alexandra Kunstmann-Hirnböck

Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit

Joh 20, 19–31
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Kommentar
Alexandra Kunstmann-Hirnböck

 Krankenhausseelsorgerin am Landeskrankenhaus
 Salzburg

Alexandra Kunstmann-Hirnböck

Ostersonntag

Lesejahr A
Joh 20,1–9
Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
Kommentar
Alexandra Kunstmann-Hirnböck

Krankenhausseelsorgerin am Landeskrankenhaus
 Salzburg

Alexandra Kunstmann-Hirnböck
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