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Was Seelsorgeteams in Spitälern leisten

Frightened doctor for infectious diseases having mental nervous break down.Coronavirus COVID-19 exhausted physician in fear.Working in improvised medical facility isolation ward.Medical worker stress
Frightened doctor for infectious diseases having mental nervous break down.Coronavirus COVID-19 exhausted physician in fear.Working in improvised medical facility isolation ward.Medical worker stress

Coronakrise

Volle Intensivstationen, Covid-Tote und Angst vor den kommenden Tagen: Welche Rolle die Seelsorge für Patienten und Pflegekräfte in diesem Ausnahmezustand spielt. Sieben Seelsorgerinnen und Seelsorger, zwei Priester und fünf Pastoralassistenten gehen derzeit im Landeskrankenhaus ein und aus. Einer von ihnen ist Gerhard Hundsdorfer. „Wenn ich den Schutzanzug, die Handschuhe und die Schutzbrille anziehe, dann bin ich Teil des Teams und mittendrin bei den Patienten auf der Intensivstation“, sagt er. Ob er damit gerechnet hat, dass die Situation in diesem Herbst so dramatisch wird? Er nickt. Der Krankenhausseelsorger ist auf der Intensivstation im Salzburger Landeskrankenhaus im Einsatz. Jeden Nachmittag ist er dort an den Betten. „Die Station ist voll. Manche Menschen sind noch nicht intubiert, manche hängen am Beatmungsgerät. Stirbt jemand, so ist das Bett nicht lange frei. Schwestern und Pfleger sind im Dauereinsatz, es ist alles wahnsinnig dicht“, erzählt er. Er sehe, wie krank die Patienten seien. Wer noch ansprechbar sei, kämpfe mit der Sauerstoffmaske. Sie sei unangenehm, ebenso wie das Gefühl, derart an das Intensivbett und die Spezialgeräte gebunden zu sein. Doch der 44-Jährige ist nicht nur bei den Kranken und jenen im Tiefschlaf, sondern auch die Brücke zu den Angehörigen, die nicht auf die Intensivstation dürfen. Insofern entlaste er wie seine Kollegen auch das Pflegepersonal, indem er einfach da und ansprechbar sei. „Niemand soll allein sein, der reden möchte“, sagt er. Ob Gott Thema ist? Hundsdorfer winkt ab. Die Patienten würden ihn wohl im Hintergrund spüren, seien aber viel zu schwach, um sich tiefgreifende Glaubens- und Gottesfragen zu stellen. Gelegentlich werde er nach der Krankensalbung zur Stärkung gefragt. Die Not des Pflegepersonals Mit Blick auf das Krankenhauspersonal erzählt Hundsdorfer nicht nur von großen Belastungen, sondern auch von berührenden Szenen. „Als kürzlich ein Leichnam zum Abtransport in den weißen neutralen Schutzanzug kam, hat eine Schwester ihre Hand daraufgelegt und dem Toten mit beruhigender Stimme gesagt, dass es bald einen schönen Holzsarg für ihn gebe. Dann haben ihn die Träger abgeholt.“ Er fühlt mit den Schwestern, Pflegern, Ärztinnen und Ärzten. Während Patienten sterben oder ihren langen Reha-Weg antreten und damit ihre Betten verlassen, haben die Pflegeteams sofort die nächsten Kranken in den Betten. „Es geht ständig weiter mit vollem Einsatz und derzeit ist keine Entspannung in Sicht.“ Eine Oberärztin habe ihm kürzlich gesagt, dass jede Seelsorgerin und jeder Seelsorger gebraucht werde, denn man werde das Pflegepersonal in nächster Zeit maximal belasten müssen. Angst vor dem Auswählen der Patienten Stichwort Triage: In die Entscheidung, wer welche Behandlung bekommen kann und wem sie im schlimmsten Fall verwehrt bleiben muss, sind Hundsdorfer und sein Team nicht eingebunden. Wenn es zur Triage kommen sollte, sagt der Seelsorger klar, dass er alle Entscheidungen mittragen werde. Ob er mit den Entscheidern über die Triage in Kontakt sei? Momentan nicht. In Krisen frage man nicht nach Gefühlen, sagt er. Das habe erst später Platz, wenn es endlich wieder ruhiger wird. „Dann erst ist Zeit für das innere Befinden all jener, die jetzt an vorderster Front kämpfen und sich um jedes einzelne Leben so stark bemühen.“ Einstweilen bleibe den Seelsorgerinnen und Seelsorgern das Dasein. von Michaela Hessenberger

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Ausgabe 42 | 2026

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