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Zukunft braucht Bildung

Öffnet Räume für Begegnungen: Andreas G. Weiß ist seit zwei Jahren Direktor des Katholischen Bildungswerks in der Erzdiözese Salzburg.
Öffnet Räume für Begegnungen: Andreas G. Weiß ist seit zwei Jahren Direktor des Katholischen Bildungswerks in der Erzdiözese Salzburg.

Seit 80 Jahren setzt das Katholische Bildungswerk richtungsweisende Akzente in der Erwachsenenbildung. Direktor Andreas G. Weiß spricht über Entwicklungen, Ehrenamt und die Bedeutung echter Begegnung.

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Ingrid Burgstaller
Ingrid Burgstaller

RB: Welche Entwicklungslinien und Wendepunkte waren in den vergangenen Jahren entscheidend?
Andreas G. Weiß: Die Gründer waren echte Visionäre. Nach dem Krieg wollten sie den Menschen helfen, wieder Halt zu finden – durch Bildung, durch geistige und lebenspraktische Impulse. Ab den 1960er‑Jahren begann die Phase des Aufbaus mit den ersten Leitern Hans Spatzenegger und Roman Angulanza. Sie haben die Erwachsenenbildung theologisch, spirituell und methodisch geprägt und innerhalb der Erzdiözese klar positioniert. Bei kirchlichen Reformprozessen war die Bildungsarbeit stets aktiv beteiligt. 


In dieser Zeit entstanden auch die großen Bildungszentren St. Virgil und das Tagungshaus der Erzdözese in Wörgl. Parallel entwickelte das Bildungswerk seine starke regionale Identität mit dem Ziel, Bildung in jede Pfarre zu bringen. Die Zent-ren bieten überregionale Formate, während wir gleichzeitig zu den Menschen vor Ort gehen und Referenten, Expertise und Themen dorthin bringen. Dieses Zusammenspiel funktioniert bis heute hervorragend.


RB: Wie gut ist das Katholische Bildungswerk heute aufgestellt?
Weiß: Sehr gut. Die Phase der Professionalisierung unter Andreas Gutenthaler, etwa durch die Einführung des Qualitätsmanagements, hat uns enorm gestärkt. Mit dem Treffpunkt Bildung in Elsbethen verfügen wir über einen zentralen Standort, der Ausbildungs‑ und Fortbildungsstätte für unsere Ehrenamtlichen ist. Wir haben auch Eltern‑Kind‑Angebote, sind aber kein klassisches Bildungshaus, sondern in erster Linie eine Servicestelle für die örtlichen Einrichtungen. Trotz sinkender Mittel von Kirche und Staat zeigen die Zahlen klar nach oben: 2025 war unser bestes Jahr seit 2010.  


Wertvolles Ehrenamt


RB: Was macht diesen Erfolg aus?
Weiß: Ganz klar das Ehrenamt und das Ehrenamtsverständnis, das die gesamte Katholische Aktion prägt und unser Alleinstellungsmerkmal ist. Die Menschen vor Ort gestalten ihre Programme selbstständig – solange sie unserem christlichen Menschenbild und der parteipolitischen Neutralität entsprechen. Diese Freiheit motiviert: Wer sich engagiert, kann seinen eigenen „Bildungsfingerabdruck“ hinterlassen. Wir Hauptamtliche unterstützen, statt zu steuern. Wir grenzen nicht ein, sondern ermöglichen. Die Ehrenamtlichen schenken uns das Wertvollste: ihre Zeit und ihr Know‑how. Wir sorgen im Hintergrund für Subventionen, Werbemittel, Fortbildungen und organisatorische Unterstützung. 

Wissen wird nicht einfach vermittelt, sondern im 
Dialog geteilt.

 

RB: Das Bildungsangebot ist breit gefächert. Warum gehören Themen wie Gesundheit oder Umwelt dazu?
Weiß: Weil unser Glaube das ganze Leben umfasst. Bildung zu Gesundheit, Umwelt oder Familie ist Ausdruck unseres christlichen Menschenbildes. Gleichzeitig können wir Themen anbieten, die andere Institutionen so nicht abdecken – etwa Sinnsuche, Gottesbeziehung oder Trauer. Diese Verbindung macht uns in der Erwachsenenbildung einzigartig.  

 

RB: Welche Rolle spielt das Katholische Bildungswerk innerhalb der österreichischen Bildungslandschaft? 
Weiß: Wir gehören österreichweit zu den größten Playern der katholischen Erwachsenenbildung, vor allem im Bereich der regionalen Bildungsarbeit. Über das Forum Katholische Erwachsenenbildung, dessen Vorsitzender ich ab Juni sein darf, sind wir stark vernetzt und in der Konferenz der Erwachsenenbildung vertreten.


Menschen zusammenbringen


RB: Kann Erwachsenenbildung Polarisierung in der Gesellschaft entgegenwirken?
Weiß: In der Erwachsenenbildung begegnen sich Menschen mit viel Lebenserfahrung und spannenden Biografien. Wissen wird nicht einfach vermittelt, sondern im Dialog geteilt. Gerade in einer polarisierten Gesellschaft ist dieses echte Begegnen von Lebensrealitäten entscheidend. Es schafft Verständnis und baut Brücken. Eine unserer Kernaufgaben bleibt es, Menschen zusammenzubringen – besonders jetzt, wo Teile der Gesellschaft auseinanderzudriften drohen. Auch zwischen den Generationen ist dieses Brückenschlagen wichtig. Unterschiedliche Perspektiven sind nicht per se ein Problem. Wenn wir wertschätzend miteinander ins Gespräch kommen, kann Neues entstehen. Zwei Beispiele aus unserem Programm: Ältere lesen Kindern vor oder jüngere Menschen erklären Älteren den Umgang mit digitalen Kommunikationstechniken.  

 

RB: Wie positioniert sich das Bildungswerk im Spannungsfeld zwischen analoger Begegnung und digitaler Transformation?
Weiß: Während der Corona‑Zeit haben wir auf Online umgestellt. Wir haben rasch gemerkt: Die Menschen sehnen sich nach echter Begegnung. Online‑Formate setzen wir nach wie vor punktuell ein, unser Schwerpunkt bleibt jedoch analog. Gleichzeitig stärken wir durch unsere Formate die digitalen Kompetenzen der Menschen – von Internet‑Banking bis zu Grundlagen der KI.

 

RB: Welche Themen und Formate sind derzeit besonders gefragt?
Weiß: Das verändert sich laufend. Aktuell sind heitere Formate wie Kabaretts und humorvolle Vorträge sehr beliebt. Es geht darum, Leichtigkeit mit Tiefgang zu verbinden. Die Menschen suchen Ablenkung vom Alltag, aber auch Inhalte, die berühren. Entscheidend ist: Erwachsenenbildung muss immer nah an den Bedürfnissen der Menschen bleiben.

 

RB: Was prägt Ihre Arbeit als Direktor persönlich am stärksten und was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Weiß: Die Balance zwischen Veränderung und Tradition. Wir wollen uns weiterentwickeln, aber mit Respekt vor dem, was Generationen vor uns aufgebaut haben. Unser Auftrag bleibt klar: Wir sind für die Menschen da, zu denen wir gesandt sind. Und wir wollen Räume schaffen, in denen Begegnung möglich wird – heute und in Zukunft. 

 

80 Jahre Bildungsarbeit für die Menschen

 

Der eigentliche Gründungstag jährte sich schon am 8. März. Unter der Mitarbeit von Matthias Laireiter (späterer Geschäftsführender Präsident des Landesschulrats) und unter der Leitung von Josef Klaus (dem späteren Landeshauptmann und Bundeskanzler) gründete 1946 eine kleine Gruppe das Katholische Bildungswerk der Erzdiözese Salzburg. Es war das erklärte Anliegen, der Nachkriegsgeneration mit christlichen Werten Hoffnung und Selbstbestimmung zu vermitteln, die Spuren der NS‑Zeit mit Bildung aufzuarbeiten und vor allem jungen Menschen, die oft mit nationalsozialistischem Gedankengut aufgewachsen waren, Alternativen aufzuzeigen. Dabei ging die  Initiative von Anfang an von gläubigen Laien aus. 


Heute betreut das Katholische Bildungswerk Salzburg 1.280 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 280 Einrichtungen und erreicht damit die Menschen in den Orten und Pfarren im gesam-ten Land Salzburg und dem zur Erzdiözese zugehörigen Tiroler Teil. Ziel bei all diesen Aktivitäten ist und bleibt die Ermöglichung von Bildungsaktivitäten vor den Haustüren der Menschen.

 

Veranstaltungsstatistik bestätigt; Katholische Bildungsarbeit gefragter denn je. Die örtlichen Bildungswerke, Frauentreffs, Eltern-Kind-Zentren sowie die öffentlichen Pfarr- und Gemeindebibliotheken (sie sind das jüngste Mitglied der „Bildungswerk“-Familie) erleben einen spürbaren Aufwind. Das breite ehrenamtliche Engagement vor Ort zeigt: Bildung mit christlichem Profil hat Zukunft. Das unterstreicht die Veranstaltungsstatistik 2025 deutlich, sie weist die höchste Nachfrage der vergangenen 15 Jahre auf. In den Bildungswerken, Frauentreffs und Eltern-Kind-Zentren wurden in der gesamten Erzdiözese Salzburg 5.196 Veranstaltungen mit insgesamt 77.364 Teilnehmerinnen und Teilnehmern registriert.


Tag der offenen Tür
  
Entdecken, Mitmachen, Genießen! Am Freitag, 12. Juni, lädt das Katholische Bildungswerk der Erzdiözese Salzburg von 10 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür in den Treffpunkt Bildung in Elsbethen ein. 


Das gesamte Programm des Tages mit Ikonenausstellung, Vorträgen, Workshops, Hausführung und Verpflegung finden Sie unter www.bildungskirche.at 


Aufgrund begrenzter Parkmöglichkeiten wird gebeten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Ein kostenloses Ticket erhalten Sie unter office@bildungskirche.at.

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Ausgabe 24|2026

Bildung Ressort
Bildung

Starke Bande von Anfang an

Das Eltern-Kind-Zentrum Salzburg  ist seit 40 Jahren Teil des Katholischen Bildungswerkes Salzburg. Mehr als 100 örtliche EKiZ stehen für qualitätsvolle Elternbildung, Begegnung und Unterstützung im Familienalltag. Das EKiZ Seekirchen ist eines davon.

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„Bei uns ist jede willkommen“

„Wir Frauen brauchen Abende, an denen wir uns weiterbilden, quatschen und einfach nett beisammen sein können“, sagt Monika Widmoser über den jüngsten Frauentreff der Erzdiözese in Oberndorf in Tirol. 

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Biildung für Kuchl

Wissenschaftliche Themen, verständlich für alle erklärt 

 


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WOCHENZEITUNG DER ERZDIÖZESE SALZBURG

Kapitelplatz 6/3

5020 Salzburg

 

Telefon: 0662/8047-2030

FAX: 0662/8047-52030

E-Mail: rupertusblatt@eds.at

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