Es duftet nach Kaffee, Erdbeeren werden gewaschen, Brote geschmiert und Gemüsesticks geschnitten. Rundherum wuseln Kleinkinder, probieren große Schaumstoffbausteine aus und drehen an verschiedenen Motorikscheiben. Mamas sind allerdings keine zu sehen. Dafür Papas, denn jeden zweiten Freitagnachmittag ist für zwei Stunden Papa-Kind-Gruppe im Eltern-Kind-Zentrum Seekirchen.
Der Wert für die Gesellschaft? Dass Papas noch mehr in
Beziehung zu ihren Kindern gehen!
Der Schwerpunkt der Arbeit des Eltern-Kind-Zentrums Seekirchen liegt auf Eltern-Kind-Gruppen. Derzeit stehen acht Gruppen – für Babys oder Kinder ab einem Jahr – auf dem Stundenplan. Meistens sind es Mütter, die mit ihren Kindern die Gruppen besuchen. Doch in der Flachgauer Pfarre ist eine ausgewiesene Papa-Kind-Gruppe dabei.
Die Leitung der Gruppe hat Sascha Tot übernommen. Er ist Vater der fast vierjährigen Malea und des 10 Monate alten Kian. Aus der Idee von Mamas, dass sich doch auch die Papas einmal samt Kindern treffen könnten, wurde vor etwa zwei Jahren die Papa-Kind-Gruppe. Sie ist ein Erfolgsmodell: ausgebucht mit Warteliste.
Jedes Treffen beginnt mit einem festen Begrüßungsritual und Liedern. Für die Jause sind die Väter selbst zuständig. Gruppenleiter Sascha denkt sich immer eine Bastelei für kleine Hände aus. Diesmal wird ein Regenbogen aus einem halben Pappteller gebastelt. Dabei kommen die Gespräche so richtig in Schwung. Die Themen: Windeln, Einschlafmethoden, gesunde Familienkost, Umgang mit kindlichen Wutanfällen. „Die Papas in meiner Gruppe sind sehr motiviert.“
„Mir war als Papa immer wichtig, meinen Kindern eine aktive Vaterrolle vorzuleben. Als wir unser erstes Kind erwarteten, war mein erster Gedanke daher auch nicht, dass sich meine Frau alleine um alles kümmern soll“, stellt der 39-Jährige klar. Für „seine“ Papas in der Gruppe sei es ganz normal, die eigenen Kinder bei kleinen Verletzungen zu trösten, Streit zu schlichten und in Erziehungsfragen aktiv zu sein. Können diese Männer Multiplikatoren für die Gesellschaft sein? „Das hoffe ich schon, wir erziehen ja die nächste Generation von künftigen Mamas und Papas, für die es dann normal sein sollte, dass beide Eltern gleichberechtigt Familienarbeit leisten.“
teilnehmen
Das Eltern-Kind-Zentrum Seekirchen lädt am Sonntag, 18. Juni, von 14 bis 17 Uhr zu Salzburgs größtem Picknick im Strandbad Seekirchen. Eintritt frei.
Infos: ekiz-seekirchen.at
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