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Eremit ist nun Heiliger

Charles de Foucauld

Zehn Gläubige hat Papst Franziskus am vergangenen Sonntag heilig gesprochen. Einer der bekanntesten von ihnen ist Charles de Foucauld (1858 –1916). Auf seiner Spiritualität bauen viele geistliche Gemeinschaften auf. Mit dem Nachtzug sind der Salzburger Krankenhausseelsorger Georg Leitner und sieben weitere Priester aus österreichischen Diözesen nach Rom zur ersten Heiligsprechung am Petersplatz seit Ausbruch der Pandemie gereist. Leitner und seine Begleiter gehören alle zu österreichischen Priestergemeinschaften Jesus Caritas nach Charles de Foucauld. „Der Petersplatz war voller Gläubiger, die Stimmung sehr gut“, berichtet Leitner von der Sonntagsmesse, in der Papst Franziskus zehn Menschen heilig gesprochen hat. „Mit Alba und Stola durften wir gemeinsam mit einigen tausend Priestern konzelebrieren“. Was dem Krankenhausseelsorger besonders auffiel: „Ich nehme einen starken Eindruck von der Buntheit der Kirche mit, es waren Menschen jeden Alters dabei, aus unterschiedlichsten Kulturen.“ Sichtbar wurde für den Priester aber auch die „Männergesellschaft“ im Konzelebrantensektor, die er als unnötige Einschränkung der Vielfalt beschreibt. Wichtig ist Leitner zu betonen, dass die geistliche Familie von Charles de Foucauld sich nicht um die Heiligsprechung bemüht hat. „Das wäre nicht in seinem Sinne. Er hat immer den letzten Platz in der Gesellschaft gesucht und wäre sicher nicht auf eine Heiligsprechung aus gewesen.“ Einstimmung im Kloster Am Samstagabend stimmten sich die Österreicher bereits auf den Festgottesdienst im Kloster Tre Fontane am Stadtrand von Rom ein. „Dort leben Kleine Schwestern. Sie haben ein Museum mit Originalgegenständen von Bruder Karl eingerichtet“, erzählt Georg Leitner. Die Gruppe besann sich beim Betrachten des selbstgebauten Altars, den Charles de Foucauld in seiner Einsiedelei verwendet hatte, den von ihm gemalten Bildern und dem Gebet ganz auf ihren Bruder Karl. Tausende Selige und Heilige Mit Selig- und Heiligsprechungen heißt die katholische Kirche die weltweite Verehrung Verstorbener offiziell gut. Voraussetzung ist die Anerkennung eines wissenschaftlich unerklärlichen Wunders, das nach dem Tod der Gläubigen auf deren Fürsprache gewirkt wurde. Papst Franziskus hat in seiner Amtszeit schon 900 Menschen zum Verzeichnis der Seligen und Heiligen, sowie der Märtyrer und Märtyrerinnen hinzugefügt. 2004 umfasste dieses „Martyrologium romanum“ 6.650 Selige und Heilige sowie 7.400 bei Christenverfolgungen getötete Märtyrer. kap/bam

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