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Neue Wege in die Pflege

Ausbildung

Wie begeistert man junge Leute für Pflegeberufe? Caritas und Land Salzburg stellen eine neue Ausbildung vor. Nach dieser sollen Expertinnen und Experten fachlich besonders breit aufgestellt sein. Neugier und Vorfreude auf das Berufsleben sind bei den Schülerinnen und Schülern der Caritas-Schulen schon jetzt deutlich spürbar.   Das „Pflege-Gen“ liegt bei Amelie Hock offenbar in der Familie: „Meine Oma war selbst Altenpflegerin in Obertrum“, erzählt die 17-Jährige. Nicht zuletzt weil die beiden gemeinsam oft im Seniorenheim waren und Amelie die Stimmung dort so gut gefunden hat, besucht die junge Frau heute die 2. Klasse der Fachschule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) der Caritas im Süden der Stadt Salzburg. Berufswunsch: Ganz klar, es soll in die Altenarbeit gehen. Caritas und Land als gute Partner Neue Chancen, sich fit für alle Berufe in der Pflege und Betreuung zu machen, sollen Absolventinnen und Absolventen von Unterstufen ab dem kommenden Herbst bekommen. Als Pflegeassistentinnen und Fachsozialbetreuer, aber auch für medizinische Assistenzberufe und als Bürokauffrau oder -mann. Dafür sorgen Caritas und Land Salzburg. Diese Schulform ist in Kombination mit der Schule für Sozialbetreuungsberufe einzigartig in Österreich. Das Land übernimmt die Kosten für den Pflege-Teil der Ausbildung. Deshalb präsentierte Landeshauptmann-Stellvertreter und Gesundheitslandesrat Christian Stöckl gemeinsam mit Caritas-Direktor Johannes Dines die neue Ausbildung. Immerhin übernimmt das Land Salzburg die Kosten für den Pflege-Teil des Stundenplans. Stundenplan macht fit für die Praxis Was auf diesem Stundenplan stehen wird, der in neun Semestern zu den so besonders benötigten Berufen in der Pflege führt? Neben Sprachen, Naturwissenschaften, Geschichte oder Religion rücken Fächer rund um Gesundheit und Lebensstil stark in den Mittelpunkt. Sie heißen „Pflege, Hygiene und Erste Hilfe“; „Ernährung und Diät“ oder „Bewegung und Sport“. Dazu kommen wirtschaftliche Grundlagen wie Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Büromanagement.Den Schulversuch, den das Ministerium auf den Weg gebracht hat, begrüßt Johanna Harb, Direktorin der SOB: „Wer die neue Ausbilung abschließt, wird fachlich breiter aufgestellt sein. Nehmen wir als Beispiel das Gedächtnistraining. Durch unseren holistischen Ansatz, der über die Pflege hinausgeht, braucht es niemanden, der von außen kommt. Unsere jungen Expertinnen und Experten sind dann in der Lage, ältere Menschen in der Früh zu waschen und dann mit ihnen Übungen fürs Gehirn zu starten“, sagt sie. Helmut Bitschnau, Direktor der Caritas-Schule für Wirtschaft und Soziales, betont, dass nun beide Caritas-Schulen zusammenarbeiten und die Ausbildung daher um ein Semester kürzer dauern wird. Außerdem zeigt er sich stolz über die niedrigen Drop-Out-Raten. Will heißen: Wer in den Schulen die Ausbildung beginnt, bleibt meist dabei. Urgroßeltern bereiteten Weg in Beruf Dass es im Schulalltag auch auf das gute Klima ankommt, bestätigt Amelie Hock. Die Schülerin fühle sich wohl in ihrer Klasse mit den 28 Mädchen und dem einen Burschen. Auf die Praxiseinheiten in der Ausbildung freut sie sich. Ganz unerfahren ist die Flachgauerin nämlich nicht: „Meine Urgroßeltern wurden zu Hause gepflegt, vor allem der Urliopa, der eine 24-Stunden-Pflege daheim hatte.“ Die Lebensgeschichten älterer Menschen hört sie nicht nur geduldig, sondern gern; wenn es um das Anpacken geht, ist sie nicht verlegen. Auf ihren Job in der Altenarbeit freut sie sich jedenfalls sehr. Michaela Hessenberger

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