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Vom allgemeinen Geräuschpegel des Veranstaltungsortes beinahe überdeckt, hob der Hubschrauber ab. Zur Verfügung gestellt hatte ihn die italienische Luftwaffe. Er dient den Päpsten traditionell dazu, kleinere Wege zurückzulegen und er war in diesen Minuten wohl das meist beobachtete Flugobjekt im Umkreis. Leo XIV. hatte soeben einen „ultimo saluto“ (dt. letzten Gruß) an die Millionen Pilger gerichtet. Nun drehte er in niedriger Flughöhe eine Ehrenrunde über dem großen Gelände, auf dem zuvor die heilige Messe gefeiert wurde.
Beeindruckend die Massen, die Koordinierung einer „Messe Deluxe“, bei der die letzten Kommunionhelfer erst nach dem Schlusssegen zum Ausgangspunkt zurückkehren. Man freut sich, die Begeisterung zu erleben. Klosterschwestern im Habit waren ebenso anzutreffen wie Pfadfinder oder Priester mit Cowboyhüten.
Wir kamen am Sonntag der Papstmesse erst frühmorgens an und wurden bald von Papst Leo XIV. „überrascht“. Nur durch eine ungeplante Diskussion blieben wir kurz auf einem Schotterweg stehen, war unser Ziel doch eigentlich ein guter Platz für die Messe. Etwas genervt von der Unterbrechung bemerkte ich Carabinieri auf Motorrädern, ein klares Indiz für das, was folgen sollte. So trat also ein, womit wir nicht gerechnet hatten, der Papst fuhr direkt an uns vorbei. Der Moment des (vermeintlich) persönlichen Winkens mit dem Papst war ein schöner Beweis dafür, dass Gott Dinge fügt und man nur vertrauen muss. Deswegen danke an die Person, die diese Diskussion angestoßen hat, ohne sie wäre das „Treffen“ nicht passiert.
Was bleibt von diesem heißen Vormittag? Die Gewissheit, dass Weltkirche zwar oft „entfernt“ sein mag, sie aber, wenn sie zusammenkommt, ein Ziel hat, Christus zu verherrlichen und anzubeten. Des Weiteren die Worte Leos XIV.: „Ihr seid Salz der Erde, Licht der Welt. Tragt diese Freude hinaus, zu euren Freunden und zu allen jungen Menschen, die diese Botschaft der Hoffnung benötigen.“ mdu
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