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Als Frau in der Kirche muss man einen langen Atem haben“, sagt Martina Koidl – und genau diesen beweist sie seit Jahrzehnten, weil sie etwas bewegen will. Sie engagiert sich in der Katholischen Frauenbewegung, im Seniorenheim, als passionierte Religionslehrerin mit 70 Jahren, als Leiterin von Wortgottesfeiern in Wörgl und sogar als „Leihomi“ lebt sie Glauben alltagsnah. Von den Schülerinnen und Schülern bis zu den Menschen in den letzten Atemzügen nimmt sie wahr, dass viele den Glauben suchen, ein Bedürfnis nach Spiritualität haben, Fragen stellen woher sie kommen und wohin sie gehen.
Nach einem persönlichen Schicksalsschlag hat sie selbst mit ihrem Glauben gerungen – und darin neue Hoffnung gefunden. „Jede Herausforderung öffnet Türen“, ist sie überzeugt: Frauen müssten Mut haben, Frau zu sein, und sich weltweit für Gleichberechtigung und Wertschätzung einsetzen. „Ein Miteinander von Frauen und Männern würde Kirche und Gesellschaft reicher machen“, betont sie.
Ihr ist es auch ein Anliegen, den Menschen einen Gott näherzubringen, der barmherzig ist und im Innersten berührt. „Die Frohe Botschaft darf nicht ‚theologisch abgehoben‘ sein, sondern muss das Leben der Menschen treffen, ihren Alltag, ihre Sorgen“, betont Martina Koidl. Daher referiert sie gerne aus dem Blickwinkel der Frau mit einem katholischen Bezug.

In ihren Vorträgen stellt sie beispielsweise die Frauen der Bibel in den Mittelpunkt: Eva und Lilith, Ruth und Noomi, Sarah und Rebekka, ebenso die mutigen hebräischen Hebammen, die sich dem Pharao widersetzten.
Auch die Wortgottesfeier-Leiterin, Kommunionspenderin, Lektorin und Kirchenmusikerin Veronika Schweiger-Mauschitz liebt die Vorbilder, die Frauen aus der Bibel für uns heute sein können. Für sie ist es an erster Stelle Maria. „Sie wurde unverheiratet schwanger, in einer Gesellschaft, in der das nicht in Ordnung war. Und sie sagte als junges Mädel zur Botschaft des Engels ein großes Ja.“ Wenn sie Marias Vertrauen auf ihr Leben umlegt, kommt die Steirerin zu dem Schluss: „Wenn ich das schaffe, voll Vertrauen sagen zu können ‚Es werde wie Gott es will‘, dann habe ich mein Lebensziel erreicht.“
In ihren Workshops will sie Frauen Mut machen, ihre Spiritualität zu entdecken und weiter zu entwickeln. Auf Einladung des Katholischen Bildungswerks und des Pfarrgemeinderatreferats der Erzdiözese kommt sie jetzt auch nach Salzburg.
„Weibliche Spiritualität ist für mich, wenn ich mich mit Körper, Geist und Seele in Gott geborgen weiß“, sagt sie. Dafür müsse niemand perfekt sein. Gott traue allen zu, sich mit seinem Wort auseinander zu setzen. Dieses Bewusstsein soll Frauen bestärken, ins Tun zu kommen. Große Bedeutung haben für sie auch Symbolhandlungen. Sie verstärken die direkte Erfahrung: Ein Weihrauchkorn, das mit jeder Fürbitte aufsteigen darf, eine Kerze, die zum Lichtermeer wird, als Symbol, dass Liebe mehr wird, wenn man sie teilt – es sind kleine Gesten, die Veronika Schweiger-Mauschitz Gott mit allen Sinnen erfahrbar machen.
„Mitten im Leben stehen. Frauen leben Spiritualität“ Workshop für Frauen, Fr., 13. März, 15 – 21 Uhr, Treffpunkt Bildung F.-W.-Raiffeisenstraße 2, Elsbethen.
Anmeldung: office@bildungskirche.at
www.bildungskirche.at
Anfragen und Buchung zu Vorträgen über Frauenthemen in Kirche und Gesellschaft an martina@koidl.at
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