Es braucht nur ein wenig Aufmerksamkeit, dann begegnet man diesen stillen Zeugen des Glaubens überall. Seien es kleine Kapellen, Wegkreuze, gezeichnet von der Verwitterung, liebevoll bemalte Marterln, die nahezu unbemerkt ihr Dasein fristen. Ob Straßen, Wege, Wiesen oder an Waldrändern angesiedelt, erzählt ein jedes dieser kirchlichen Kleinode eine Geschichte.
Um diese Orte der Erinnerung, des Trostes und des Vertrauens wieder ins Blickfeld zu rücken, hat die Innsbruckerin Alexandra IngenhaeffBerenkamp den Verein „Freunde Tiroler Kirchenschätze“ gegründet. „Es ist mir wichtig, dass diese scheinbar unscheinbaren Denkmäler nicht in Vergessenheit geraten. Sie werden sehr leicht übersehen, dabei haben sie eine ganz besondere Tiefe“, sagt die Obfrau und betont, gerade den Wert dieser kleinen Schätze wieder zu erwecken. Inzwischen haben sich zu den vier Gründungsmitgliedern, bestehend aus Obfrau, Kassier, Schriftführer und Chronisten, vierzig weitere Mitglieder gesellt. Dem Verein geht es aber nicht nur darum, diese Juwele aufzuspüren, sondern sie ebenso vor dem Verfall zu retten. „Wir kümmern uns um die Wiederherstellung und möchten diese Kraftplätze für die nächsten Generationen aktivieren.“
Am Fußweg zum Schloss Tratzberg im Tiroler Unterland entdeckte der Verein diese Jesusfigur.

Das Wirken der „Freunde Tiroler Kirchenschätze“ reicht von der Dokumentation und Erforschung der Kunstwerke über die Restaurierung und Pflege bis hin zur Bewusstseinsbildung in Gemeinden, Schulen und Pfarreien. „Wir arbeiten mit Fachleuten, Restauratoren und Freiwilligen zusammen, um zu retten, was noch zu retten ist.“
Der noch junge Verein, gegründet im Juni vergangenen Jahres, sei dankbar für jede Art der Unterstützung. „Wir freuen uns über Freiwillige, die mithelfen, sei es beim Aufspüren von solchen Orten, bei der Restaurierung, beim Reinigen und natürlich auch über Spenden.“
Im ersten Schritt sei die Kontaktaufnahme mit Gemeinden erfolgt, um auf sich aufmerksam zu machen. Das erste Projekt des Vereins befindet sich in Landeck, aber auch im Tiroler Unterland sei viel zu tun. „Es gibt in Wörgl ein Kreuz, das im Zuge einer Baustelle umgelegt wurde. Wir beschäftigen uns damit, in welcher Form es wieder würdevoll aufgestellt werden kann“, erklärt die Obfrau Alexandra IngenhaeffBerenkamp.
Alexandra Ingenhaeff-Berenkamp (Obfrau), Alexander Legniti (Chronist), Sabine Daum (Schriftführerin) und Walter Höllrigl (Kassier), v. l.

mitmachen
Der Verein „Freunde Tiroler Kirchenschätze“ möchte Tirols Kulturerbe lebendig halten. Wenn Sie Mitglied oder freiwilliger Helfende werden wollen oder auf gefährdete Kapellen, Marterln und Wegkreuze hinweisen möchten, finden Sie dazu alle Informationen auf:
www.tiroler-kirchenschaetze.at
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