
Das 3.900-Seelen-Dorf zeigt sich an diesem kirchlichen Hochfest von seiner allerschönsten Seite. Fahnen schmücken die Häuser, blumengeschmückte Altäre säumen die Wege, und prächtige Trachten prägen das Ortsbild. Festtagsstimmung liegt in der Luft, begleitet von geschäftigem Treiben und spürbarer Vorfreude.
Alle Wege führen zur Pfarrkirche. Denn gefeiert wird nicht nur Fronleichnam, sondern auch ein ganz besonderes Jubiläum: 75 Jahre Frauenschaft Piesendorf. Mit rund 540 Mitgliedern ist die Frauenschaft der größte Verein des Ortes – und weit mehr als das. Bürgermeister Bernhard Auernigg bringt es auf den Punkt: „Die Frauenschaft ist mehr als ein Verein – sie ist eine Gemeinschaft, die unser Dorf trägt und bewegt.“ Worte, die sich an diesem Tag in vielen Begegnungen bestätigen – in den Grußworten von Obfrau Monika Steiner ebenso wie in der liebevoll gestalteten Bildergalerie im Festzelt, die die Geschichte dieser engagierten Glaubensgemeinschaft sichtbar macht. Ein eindrucksvolles Bild bietet sich, als Monika Steiner gemeinsam mit rund 60 Frauen in Tracht zur Prozession aufbricht oder besser gesagt „ausrückt“. Mit sichtbarer Freude und spürbarem Stolz tragen die Frauen dieses kunstvoll gefertigte Kleidungsstück – seit 2021 immaterielles Kulturerbe. Die Farben der feinen Schürzen und Tücher leuchten mit dem Sonnenschein um die Wette und ein ganzes Dorf scheint zu strahlen. Ein Bild, das bleiben wird, für die Chronik und weit über diesen Tag hinaus.
Getragen wird dieser Tag auch vom Leitspruch der Frauenschaft, der auf ihrer Fahne weithin sichtbar ist: „Der Glaube unser Führer, die Liebe unser Weg.“ Dieser Geist prägt die Feierlichkeiten und ist gelebte Wirklichkeit – verwurzelt in der Geschichte, spürbar im Heute und getragen vom Engagement und dem starken Miteinander der Frauen. Auch die Ehrengäste unterstreichen die Bedeutung dieses Jubiläums.
Renate Orth-Haberler, Leiterin der kfb Salzburg, würdigt die Frauenschaft als starkes Beispiel kirchlichen Engagements. Sie bringt nicht nur Worte der Anerkennung mit, sondern auch konkrete Zeichen der Verbundenheit – etwa den kfb-Kaffee „Adelante“, ein Produkt von Frauen, das für Fairtraide und weltweite Solidarität steht. „Hier zeigt sich, welche Kraft in Gemeinschaft und Zusammenhalt steckt“, betont sie.
Die Fronleichnamsprozession wird schließlich zum sichtbaren Höhepunkt des Tages. Vereine schließen sich an, Trachten in allen Farben, zünftige Musik und Bewegung prägen das Bild. Und mittendrin dieses ruhige Bewusstsein, Teil von etwas Größerem zu sein. Kein inszeniertes Spektakel, sondern gewachsene Tradition – getragen von Glaube, Brauchtum und Gemeinschaft. Am Ende dieses besonderen Tages steht kein eigentlicher Schlusspunkt, sondern ein Übergang: ins Festzelt, zur Musik, zum gemeinsamen geselligen Feiern.
75 Jahre Frauenschaft Piesendorf – das ist Geschichte. Vor allem aber ist es lebendige Gegenwart. Und ein Versprechen für die Zukunft! Dankeschön für die Einladung, es war uns eine Ehre, dabei zu sein; ad multos annos: Renate Orth-Haberler, Leiterin der kfb Salzburg, Tania Zawadil von der kfb Regionalstelle Wörgl sowie Evi Oberhauser vom kfb Salzburg Vorstand.
Bild oben: Piesendorfer Bürgermeister Bernhard Auernigg, kfb Salzburg Leiterin Renate Orth-Haberler, Gemeindevertreter Gerald Voglreiter, kfb Obfrau Piesendorf Monika Steiner, Eva Oberhauser kfb Salzburg Vorstandsfrau, Parteiobmann Christoph Hollaus, Tania Zawadil von der kfb Regionalstelle Wörgl und Vizebürgermeister Christian Erler.

Die kfb Piesendorf Ausschussmitglieder mit den kfb Sbg. Frauen Eva, Tania und einem Gast v. l.: Eva Bernsteiner (Kassiererin), Helga Hochkogler (Schriftf. Stv.) Margaretha Pichler (Obf. Stv.), Tania Zawadil, Eva Oberhauser, Eva Buchner (Obf. Stv.), Monika Steiner (Obfrau), Lydia Steiner (Schriftführerin), Theresia Steiner: kein aktuelles AS Mitglied, aber seit bald 60 Jahren in der Frauenschaft!
Leider nicht im Bild Elisabeth Egger (Obf. Stv) seit 33 Jahren im Ausschuss – aus familären Gründen verhindert gewesen.