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Dialog zwischen Generationen: Wie das Ehrenamt Jugendliche erreichen kann

Netzwerktreffen in Mittersill stellt Jugendstudie in den Mittelpunkt und sucht nach neuen Wegen für freiwilliges Engagement.

Tania Zawadil, kfb Regionalstelle Wörgl
tania.zawadil@eds.at

Unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ fand kürzlich das zweite Treffen des „Netzwerks Ehrenamt“ im Energie- und Gesundheitszentrum Oberpinzgau (EGO) Mittersill statt. Nach der Gründung im Vorjahr lag der Fokus diesmal auf dem Austausch von Erfahrungen und der entscheidenden Frage, wie das Ehrenamt für junge Menschen attraktiver gestaltet werden kann.

 

„Unser Ziel war und ist es, Menschen zusammenzubringen, die etwas bewegen wollen“, betonte Mitorganisatorin Evi Oberhauser von der Katholischen Frauenbewegung (kfb) Salzburg. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Tania Zawadil und Sozialstadträtin Susanne Hirschbichler hatte sie zum Treffen geladen. Hirschbichler unterstrich die Bedeutung des Themas: „Ein starkes Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gemeinschaft – gerade im ländlichen Raum.“

 

Jugendstudie als zentraler Impuls

 

Ein besonderer Höhepunkt war die Präsentation einer Schulklasse des BORG Mittersill. Die Schülerinnen und Schüler hatten im Wahlfach „Sozialkompetent in Theorie und Praxis“ unter Leitung von Lehrerin Angelika Ebenkofler eine Umfrage unter 138 Jugendlichen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen ein vielschichtiges Bild: Rund die Hälfte ist bereits ehrenamtlich aktiv, vor allem in Sport- und Musikvereinen sowie in der Landjugend. „Es war beeindruckend zu sehen, wie differenziert und begeistert sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, so Ebenkofler. Großes Potenzial wurde sichtbar: Mehr als die Hälfte der noch nicht engagierten Befragten kann sich ein künftiges Ehrenamt vorstellen. Motivation seien Gemeinschaft, Spaß und der Wunsch, anderen zu helfen. „Ehrenamt bedeutet für viele Jugendliche nicht Pflicht, sondern Zugehörigkeit“, fasste ein Schüler zusammen. Als Hürden nannten sie Zeitmangel, fehlende Mobilität und unpassende Angebote. Ihre Lösungsvorschläge: flexiblere, zeitlich begrenzte Projekte, bessere Informationen und niederschwelligere Einstiege.

 

Aufruf zu neuen Zugängen

 

Auf politischer Ebene zeigte sich Bürgermeister Thomas Ellmauer erfreut über die Diskussion: „Es ist schön zu sehen, wie viel Bereitschaft da ist, Verantwortung zu übernehmen.“ Dennoch betonte er: „Auch wenn es in Mittersill 60 Vereine gibt, braucht es dringend neue Zugänge zum Ehrenamt.“ Alexandra Lindner von der Servicestelle Ehrenamt des Landes Salzburg steuerte praktisches Wissen bei und wies auf die Existenz der landeseigenen Ehrenamtsversicherung hin, die sowohl formell als auch informell Engagierte subsidiär absichert. Ein zentrales Ergebnis des Tages war der klare Appell, junge Menschen in ihrer Lebenswelt abzuholen. „Wir müssen dorthin gehen, wo die Jugendlichen sind, und ihnen zeigen, dass Ehrenamt nicht nur gebraucht wird, sondern auch spannend und bereichernd sein kann – ein Mehrwert auch für die persönliche Entwicklung“, betonte Tania Zawadil von der kfb.

 

Das Fazit der Organisatorinnen fiel positiv aus. „Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind vielversprechend“, resümierte Stadträtin Susanne Hirschbichler. „Jetzt geht es darum, diese Impulse in konkrete Maßnahmen umzusetzen.“ Das Netzwerk will diesen Weg weiterhin gemeinsam gehen.


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