
Der Internationale Frauentag hat für mich seit vielen Jahren eine besondere Bedeutung. Schon in meiner Heimat Peru war dieser Tag ein Moment der Begegnung, des Feierns und der gegenseitigen Stärkung. Ich erinnere mich lebhaft an eine Happy Hour in einem Hotel, begleitet von Klaviermusik, bei der sich Frauen trafen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Diese Atmosphäre des Miteinanders hat mich geprägt. Als ich später zum Studium nach Salzburg kam, suchte ich sehnsüchtig nach ähnlichen Räumen und begann, sie gemeinsam mit Studentinnen selbst zu schaffen. Podiumsdiskussionen, Umtrunk, Austausch und sogar Mariachis aus Mexiko, Studentinnen des Mozarteums, die mit Musik und Rosen Freude verbreiteten all das hat meine Frauentage hier bereichert.
Seit über zwanzig Jahren feiere ich nun den Frauentag in Salzburg und freue mich jedes Jahr auf neue Begegnungen und Initiativen, die Frauen stärken. Denn: Gemeinsam sind wir tatsächlich stark. Feier in der Tribüne Lehen In diesem Jahr wurde der Frauentag in der Tribüne Lehen gefeiert organisiert von Talk Together, dem ABZ Itzling, Frau & Arbeit, der Stadt und dem Land Salzburg u.a. Dank der Unterstützung der Kinderfreunde konnten Kinder betreut werden, sodass Mütter mehr Zeit für Austausch, Vernetzung und Teilnahme am Programm hatten.
Ich war eingeladen, unser Projekt „Weltdinner on tour“ zu präsentieren. Besonders gefreut hat mich das Wiedersehen mit der Frauenbeauftragten der Stadt Salzburg, Alexandra Schmidt, sowie meiner Freundin Monica Argentino. Beide starken Frauen habe ich sofort miteinander vernetzt ein kleiner Moment, der zeigt, wie wertvoll Begegnungen sind. Das Programm wurde von meiner Freundin Sumeeta Hasenbichler mitmoderiert. Meine Kollegin Maria Sojer koordinierte den Programmpunkt „Freizeitangebote von Frauen für Frauen“. Als einziges gemeinsames Kochangebot wurde unser Projekt „Weltdinner on tour“ vorgestellt ein Projekt der Kfb Salzburg in Kooperation mit dem AAI Salzburg. Das Weltdinner on tour bietet Frauen die Möglichkeit, miteinander zu kochen, sich über Lebensrealitäten auszutauschen und Herausforderungen im jeweiligen Projektland zu thematisieren. Beim gemeinsamen Essen entstehen Dialog, Verständnis und Nähe. Gleichzeitig legen wir Wert auf regionale und saisonale Produkte ein Beitrag zu Umweltbewusstsein und nachhaltigem Konsum. Gemeinsam zu kochen ist heute auch ein wichtiges Mittel gegen Einsamkeit und unterstützt die Sozialisierung neu zugezogener Migrantinnen. Das Angebot wurde von den rund 100 Teilnehmerinnen aus verschiedenen Communities begeistert aufgenommen.
Der Abend erreichte seinen Höhepunkt mit Musik und Tanz. Das Konzert von Sultan Önen und Jano Mososo verwandelte sich mit Sultan eindringlicher Stimme in ein musikalisches Gebet für Frieden, das das Publikum tief berührte. Aus dieser besonderen Stimmung heraus entwickelte sich ein gemeinsamer Tanz, angeleitet von Anneliese Monika Koch, deren Arbeit im modernen Tanztheater verwurzelt ist. Die Teilnehmerinnen bewegten sich frei, kraftvoll und voller Freude ein eindrucksvolles Erlebnis der Verbundenheit über Herkunft, Sprache und Alter hinweg. Unvergesslich blieb der Moment, als Jano und Sultan eine Melodie improvisierten und Musik und Bewegung zu einem mitreißenden Ganzen verschmolzen. Ebenso bewegend war der Beitrag peruanischer Frauen, die singend das israelische Lied „Komm, tanz mit mir“ einbrachten und dem Raum eine besondere Leichtigkeit verliehen. Die Begeisterung griff immer weiter um sich, bis der ganze Abend selbst wie ein gemeinsamer Tanz wirkte erfüllt von Lebensfreude und Zusammenhalt. Ganz im Sinne von Hannah Arendt zeigte sich: Wenn Menschen miteinander tanzen und singen, können Wunder entstehen. Dieser Abend war ein solches Wunder, das lange nachhallte.
Der Frauentag 2026 in Salzburg war ein Fest der Begegnung, der Solidarität und der gegenseitigen Unterstützung. Für Frauen, die neu in der Stadt sind, sind solche Räume besonders wichtig. Aber auch für jene, die schon lange hier leben, bieten sie Inspiration, Austausch und neue Impulse. In jeder Lebensphase brauchen wir Orte, an denen wir uns begegnen können, ganz im Sinne des Zitats von Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“