
St. Koloman/Bad Vigaun. Nach den herausfordernden Corona-Jahren konnte die traditionelle Fastensuppe in Bad Vigaun heuer endlich wieder in Präsenz stattfinden – organisiert von der engagierten kfb-Gruppe des Ortes. Mein Besuch begann bereits am Vormittag in St. Koloman, wohin mich Pater Oswald Scherer persönlich eingeladen hatte. Auch wenn es dort keine eigene kfb-Gruppe gibt, engagieren sich dennoch viele Frauen aus der Gemeinde mit großem Einsatz. Sie hatten bereits eine Woche zuvor die Fastensuppe gekocht und damit ein starkes Zeichen der Solidarität gesetzt.Beim Gottesdienst durfte ich mich vorstellen und mich für diese wertvolle Unterstützung bedanken.
Im Anschluss führte mich mein Weg nach Bad Vigaun, wo ebenfalls ein Fastensuppenessen stattfand. Zu meiner großen Überraschung wurde dort zugleich der 70. Geburtstag von Pater Oswald gefeiert. Die Gemeinde würdigte sein Wirken mit einem Chor aus Embach, mit Torten, liebevollen Geschenken und herzlichen Ansprachen. Auch ich durfte ihm im Namen der kfb Salzburg herzlich gratulieren und über das Projekt in Indien berichten, das mir besonders am Herzen liegt. Der Festtag fiel genau auf den Fastensonntag Laetare, der am 15. März gefeiert wurde. Auf Spanisch nennt man ihn Cuaresma Rosada – „Freu dich!“. In der Lesung aus dem Epheserbrief hörten wir, was das Licht hervorbringt: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Diese drei Worte spiegelten sich in der Atmosphäre des Tages wider.
Die Fastensuppe in Bad Vigaun war geprägt von ehrlichen Begegnungen, gemeinschaftlichem Miteinander und dem Bewusstsein, dass eine einfache Suppe viel bewirken kann. Sie wird von vielen Händen gekocht – aus Liebe zu Frauen, die durch Bildung Gerechtigkeit erfahren sollen. Denn Bildung schafft Teilhabe, eröffnet Perspektiven und stärkt den Mut, sich gegen Ungerechtigkeiten zu stellen. Für mich war dieser Tag ein besonders schönes Erlebnis: voller Herzlichkeit, bereichernder Gespräche und echter Gemeinschaft. So sehen für mich friedliche und hoffnungsvolle Momente aus.
Mónica Ladinig