Salzburg. Demokratien in der Krise, Klimawandel, Veränderungen in der Gesellschaft: Viele Herausforderungen unserer Zeit können nur gemeinsam gelöst werden. Die Zukunft braucht Verbundenheit. Das Kunstprojekt ONE.einssein greift diese Verbundenheit als zentrales Thema auf. Vom 6. bis 14. Juni gestalten die Kunstschaffenden Monika Hartl, Marianne Ewaldt und Louis Celia Zippo gemeinsam eine Ausstellung, die berühren und zum Nachdenken anregen will: In der besonderen Atmosphäre der Krypta der Erhardkirche treffen Skulptur, Fotografie und Installation aufeinander. Draußen vor der Kirche erweitert ein begehbares Labyrinth die Ausstellung in den öffentlichen Raum.

Nahaufnahmen von Früchten und Gemüse aus Louis Celia Zippos Serie „Farbenfrieden“ entfalten Leuchtkraft, strahlen Meditation, Frieden, Ruhe aus.
Die Fotografien aus der Serie „Farbenfrieden“ von Louis Celia Zippo zeigen extreme Nahaufnahmen aus dem Inneren von Obst und Gemüse. Was auf den ersten Blick abstrakt wirkt, entfaltet beim genaueren Hinsehen eine überraschende Ruhe. Farben laden zum Meditieren ein, Formen und Strukturen erinnern daran, wie eng Schönheit, Natur und Frieden miteinander verbunden sind. „Die Palette an Farbnuancen und Strukturen aus Obst und Gemüse aus verschiedenen Gebieten unseres Planeten, soll die Welt in Farben vereinen und den Stellenwert dieser Grundnahrungsmittel heben, die in friedensarmen Zeiten rar sein könnten“, so der Künstler.
Ganz anders arbeitet Monika Hartls Installation „ONE“. Sie verändert sich täglich und präsentiert den Besuchenden immer neue Ansichten. Das Werk steht für die Vielfalt menschlicher Begegnungen, die oft unerwartet sind – und für ihre Zerbrechlichkeit in unserer schnelllebigen Zeit.

Monika Hartls wechselnde Installation wird zu einem Zeichen unseres Lebens.
Vor der Kirche entsteht mit Marianne Ewaldts temporärem Labyrinth ein Symbol für innere und äußere Lebenswege. Weiße Friedensfähnchen mit der Aufschrift ONE.einssein verweisen auf die Ausstellung und machen den Gedanken der Verbundenheit sichtbar.
Jeden Abend um 18 Uhr wird das Projekt zusätzlich zur Bühne: Studierende des Mozarteums Salzburg präsentieren Musik, Tanz, Lesungen und Performances in immer neuen Kombinationen. Besuchende sind auch eingeladen, selbst Spuren zu hinterlassen. Aus vielen kleinen Momenten entsteht so ein gemeinsames Kunstwerk – als Zeichen der Verbindung, die oft dort beginnt, wo Menschen einander offen begegnen.
„Uns als Erzdiözese Salzburg ist es wichtig, die Kunst von heute zu unterstützen. Kunst ist oft ein feinfühliger Seismograph für Strömungen und Vorgänge in Welt und Gesellschaft. Sie kann ein Spiegel sein, in dem wir Vieles entdecken. Kunst hat auch eine prophetische Dimension, die offenbaren kann, was verborgen ist, und die mit wachem Blick unsere Zeit und Welt deutet“, sagt Diözesankonservator Roland Kerschbaum.
Kunst kann ein Spiegel sein, hat eine prophetische Dimension und deutet unsere Zeit und Welt mit wachem Blick.
teilnehmen
Das Kunstprojekt ONE.einssein ist vom 6. bis 14. Juni täglich zwischen 15 und 19 Uhr in der St.-Erhard-Kirche in der Nonntaler Hauptstraße in Salzburg zugänglich. Täglich finden um 18 Uhr Performances statt. Besucherinnen und Besucher können aktiv am Kunstprojekt mitwirken. Ihre zufälligen und ungeplanten Begegnungen hinterlassen Spuren in diesem partizipativen Kunstwerk der Verbundenheit und sind Ausdruck des Erlebten, des Gefühlten oder des Gesehenen.
Der Eintritt ist frei.
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