
Salzburg. Moment mal, das hatten wir doch anders in Erinnerung? Im Gegensatz zum Original von Wilhelm Busch setzt Rudolf Gruber für seine Vertonung des Kinderbuch-Klassikers „Max und Moritz“ auf eine positive Wendung statt dem „bitteren Ende“ der Lausbuben als Hühnerfutter. „Sie bereuen ihre bösen Streiche, besinnen sich und entscheiden sich, als ,achten Streich‘ eine gute Tat zu vollbringen. Damit erhält das Werk nicht nur einen erfreulichen Abschluss, sondern fördert auch die Überzeugung, dass sich jeder Mensch ändern und Gutes tun kann“, sagt der Komponist, der auch als Stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes Salzburg tätig ist. Musikalisch schöpft er für das Kindermusical aus dem Vollen: von Reggae bis Rock, von Rumba bis Polka, von der Ballade bis zur Hymne.
Rund 60 Kinder der zweiten bis vierten Klassen der Volksschule Franziskus wirken am Stück mit. „Die Proben laufen gut, auch wenn einige Lieder aufgrund der anspruchsvollen Melodieführung sehr herausfordernd sind und es mit den Originalversen von Wilhelm Busch eine ganz andere Sprache ist, die viele Kinder nicht mehr kennen. Aber es begleitet uns eine sehr professionelle Band und ich denke, es wird letztlich eine coole und runde Sache“, freut sich Schuldirektor Christoph Sebald, der auch dem Musical-Leitungsteam angehört. Und wie steht der Pädagoge zum abgewandelten Ende? „Darüber bin ich ehrlich gesagt sehr froh. Mit der Entschuldigung, der Einsicht und Wiedergutmachung von Max und Moritz lässt sich der Stoff auch in der heutigen, sensibleren Zeit gut auf die Bühne bringen.“
Schauplatzwechsel zur Dommusik: Dort feiert Ende Juli eine ganze Ferienwoche, die im Zeichen eines Musicals steht, Premiere (Infos siehe unten). „Es wird gesungen, getanzt und szenisch geprobt, es werden Texte einstudiert, Kostüme und Bühnenbild gebastelt – und dazwischen gibt es auch Zeit zum Spielen und um Freundschaften zu schließen“, sagt Domkapellmeisterin Andrea Fournier. Sie leitet die Woche mit dem Musical „Franziskus“, bei dem interessierte Kinder Spannendes über das Leben des vor genau 800 Jahren gestorbenen Heiligen erfahren.
„Die Zuschauer begegnen in den Musical-Szenen Clara und Luigi, zwei italienischen Kindern der Zeit, sowie dem heiligen Franziskus vor Gericht, bei der legendären Vogelpredigt und in Gubbio, wo der Wolf sein Unwesen treibt. Auch sein Vermächtnis, der Sonnengesang, darf natürlich nicht fehlen“, verrät Fournier einige Details. Und: „Die Lieder sind Ohrwürmer. Das Stück verspricht Sing- und Spielspaß.“ Ein Glücksfall: Die Domkapellmeisterin bringt in das Projekt viel Erfahrung mit der Einstudierung von Singspielen samt szenischer und choreographischer Arbeit aus ihrer Zeit in Graz ein.
„Max und Moritz“

Aufführungen am Do., 23. April und Fr., 24. April (jeweils 8.20 und 18 Uhr) im Musikum in der Stadt Salzburg, Steinwaysaal, Schwarzstraße 49 – bei freiem Eintritt: Vertonung der bekannten Lausbuben-Geschichte von Wilhelm Busch durch Rudolf Gruber, gespielt und gesungen vom Chor der Volksschule Franziskus (ehemals VS Schwarzstraße). Basierend auf dem Originaltext ist die Geschichte um einen Streich erweitert, der eine positive Wendung bringt. Der entsprechende Untertitel: „Sieben Streiche und ein Wunder“.
„Franziskus“

Kindermusicalwoche der Dommusik Salzburg vom 27. bis 31. Juli: Ein fünftägiges musikalisches Ferienprogramm für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Unter der Leitung von Domkapellmeisterin Andrea Fournier werden Lieder und Texte zum Kindermusical „Franziskus“ einstudiert und am Freitag, 31. Juli (15 Uhr), vor Publikum aufgeführt. Die Kinder sind während der Probenzeit (jeweils 9 bis 16 Uhr) durchgehend betreut. Kosten inkl. Jause und Mittagessen: 150 Euro. Nähere Informationen und Anmeldung (bis 28. Juni) unter: dommusik@eds.at oder 0662/8047 2350.
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