
Salzburg. „Das positive Feedback war überwältigend. So viel Resonanz haben wir eigentlich noch nie bekommen“, freute sich Referent Christian Göhringer nach dem kürzlich in Salzburg veranstalteten Tag des Neuen Geistlichen Liedes. 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung gefolgt: Chorleiterinnen und Chorleiter, Sängerinnen und Sänger, Religionslehrer und -lehrerinnen. Sie erarbeiteten unter dem Motto „Fill it with Joy“ gemeinsam neue Kompositionen und Liedbearbeitungen von Göhringer, der selbst zwei Chöre in Oberalm und Koppl leitet. Die inspirierenden Texte hatte großteils Katharina Kern-Komarek, Halleiner Pfarrassistentin in Rif und Rehhof, beigesteuert.
Fazit: Das Neue Geistliche Lied (NGL) liegt im Trend und begeistert. „Durch unsere Social-Media-Posts mit Videos vom NGL-Seminar kamen gleich relativ viele Notenbestellungen herein. Wir hatten 150 Hefte gedruckt, die waren alle weg. Ein komplett beim Seminar vertretener Chor hat am nächsten Morgen eine Messe gestaltet und sang dort fast ausschließlich unsere Lieder“, erzählt der Mozarteum-Absolvent und Tennengauer Kirchenmusikreferent voll Freude.
Die von Dechant Markus Danner angestoßene Zusammenarbeit mit Kern-Komarek sei „eine sehr schöne Kooperation – und wir schreiben schon fleißig weiter“, sagt Göhringer, der nicht am Lob für seine Mitstreiterin spart: „Katharina bringt ganz viel Gefühl in ihre liturgisch gedachten Texte.“ Gemeinsame Ziele seien eingängige und singbare Melodien, die für Laienchöre „funktionieren“ ebenso wie ein Dialog mit den Gläubigen.
Unsere Arbeit dient dazu, die Frage nach Gott wachzuhalten – und dass Menschen wieder neu mit Liturgie in Berührung kommen.
Oder anders gesagt: „Unsere Arbeit dient dazu, die Frage nach Gott wachzuhalten – und dass Menschen wieder neu mit Liturgie in Berührung kommen.“ Der schmale Grat: Kirche müsse lebensnaher und „aufgeweckter“ werden, aber dennoch wahrhaftig bleiben.
Das Neue Geistliche Lied macht die musikalische Landschaft in den Kirchen zweifelsohne bunter – durch seine eigene Vielfalt von klassisch über rhythmisch bis zu Pop- und Jazz-Sound, aber auch als Ergänzung zu traditionellen Formen der Kirchenmusik. Die Erfahrung zeige: „Gläubige freuen sich über Bekanntes genauso wie über noch Ungehörtes, Überraschendes. Am besten fährt man als Chor mit dem Mittelweg, wenn man beides bedient.“ Eine der schönsten Rückmeldungen, die Göhringer vom NGL-Tag erhalten hat: „Wenn der 80-jährige Chorveteran und das 15-jährige Dirndl am gleichen Lied Gefallen finden und sich damit identifizieren können, dann hat man nicht viel falsch gemacht.“

Die Melodien von Christian Göhringer und Liedtexte von Katharina Kern-Komarek kamen beim Seminar in Salzburg gut an.
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