
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
„Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“
„Frau, siehe, dein Sohn.“
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
„Mich dürstet.“
„Es ist vollbracht!“
„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“
Salzburg. Es ist eine Andachtsmusik par excellence, die schon bei ihrer Uraufführung einen überwältigenden Eindruck hinterlassen haben muss: „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn. Das Werk entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts für die Karfreitagszeremonie der spanischen Stadt Cadiz und wurde dort stimmungsvoll in einem hochspirituellen Raum aufgeführt – einer unterirdischen Grotte für Passionsexerzitien, begleitet von meditativen Texten.
Für die Vertonung orientierte sich der Komponist an der Sprachmelodie der sieben kurzen Sätze, die von Jesu Sterbestunden am Kreuz überliefert sind – quasi die Essenz seines Todeskampfes. Haydn schuf aus dem Rhythmus der lateinischen Worte unterschiedliche musikalische Motive für sieben Sonaten, eingerahmt von einer Art Ouvertüre und einem fulminanten Abschluss namens „Terremoto“ (zu deutsch „Erdbeben“).
Dieses Meisterstück der Passionsmusik wird am zweiten Fastensonntag (1. März, 16 Uhr) in der Salzburger Erzabtei St. Peter erklingen – in der noch von Haydn selbst arrangierten Oratorien-Fassung für Soli, Chor und Orchester. „Durch den gesungenen Text zur ergreifenden Musik bekommt das Werk noch einmal eine erweiterte Dimension“, freut sich der verantwortliche Stiftskapellmeister Peter Peinstingl. „Dazu wird Erzabt Jakob Auer Texte sprechen, also die jeweiligen Mediationen in der heutigen Zeit auslegen.“
Für den musikalischen Leiter sind die sieben letzten Worte des Erlösers inhaltlich „die größtmögliche Reduktion auf das Wesentliche in unserem Glauben – wie uns Jesus in der größten Todesnot das Christsein vorgelebt hat“. Musikalisch sei das Werk „ergreifend, herausfordernd, teilweise brutal und schauderhaft, aber immer mit einem hoffnungsvollen Grundduktus. Bei Haydn schimmert stets diese Zuversicht durch, dass alles gut wird durch die Auferstehung“. Peinstingls persönliches Highlight – und Motto für das ganze Konzert – ist die fünfte Sonate „Mich dürstet“. Damit schlage das Fastenkonzert in St. Peter auch die Brücke zu all jenen Menschen, denen es in unserer Zeit nicht so gut geht.
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Fastenkonzert „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“
Das Konzert am 1. März (16 Uhr) in der Stiftskirche St. Peter ist Teil der Reihe „Einkehrzeit“, die an den Sonntagen in der Fastenzeit einen Raum für Stille und Besinnung öffnet. Veranstalter ist der „Offene Himmel“ der Erzdiözese. Als Eintrittskarte gilt die Straßenzeitung „Apropos“, die auch vor Ort erhältlich ist.
Weitere „Einkehrzeit“-Konzerte und Angebote in der Fastenzeit
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