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Linz. Bischof Maximilian Aichern hat die Kirche als „Sozialbischof“ weit über Oberösterreichs Grenzen hinaus geprägt. Von 1982 bis 2005 war Aichern der Diözese Linz vorgestanden. Getreu seinem bischöflichen Wahlspruch „In caritate servire“ (In Liebe dienen) hat er auch als emeritierter Bischof bis vor einem Jahr etliche Dienste wahrgenommen.
Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren. 1954 trat er in das Benediktinerkloster St. Lambrecht (Steiermark) ein. Er studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule Sant‘Anselmo in Rom. 1959 wurde er in der Abtei Subiaco bei Rom zum Priester geweiht. Am 15. Dezember 1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum zwölften Bischof von Linz. Bischof Maximilian meldete sich immer wieder zu Wort, wenn es galt, die Menschenwürde zu verteidigen und wenn durch gesellschaftliche Tendenzen die Verzweckung des Menschen drohte. Der 1990 erschienene „Sozialhirtenbrief“ der österreichischen Bischöfe, das Sozialwort der 14 christlichen Kirchen 2003, die 1997 im Bischofshof unterzeichnete „Allianz für den freien Sonntag“ – all diese sozialen Meilensteine trugen Aicherns Handschrift. Ein besonderes Anliegen waren ihm auch ein fruchtbares Miteinander von Priestern, Diakonen und Laienangestellten in der Seelsorge und die Förderung von Frauen.
Als Menschenfreund würdigt Aicherns Nachfolger als Linzer Bischof, Manfred Scheuer, den Verstorbenen: „Er hat unsere Diözese mit seinem weiten Herzen, seiner Menschenfreundlichkeit und seinem tiefen Glauben geprägt. Er war ein Brückenbauer, der stets den Dialog suchte – in der Kirche ebenso wie in der Gesellschaft. Seine geistige Strahlkraft und sein unerschütterliches Vertrauen in eine gute Zukunft bleiben uns Vermächtnis und Auftrag. Und dennoch: Er wird uns allen sehr fehlen. Ich möchte einladen zum Gebet für unseren Bischof Maximilian. Gott schenke ihm den Himmel.“
Zahlreiche kirchliche Verantwortungsträgerinnen und -träger äußern in Nachrufen Wertschätzung und Bewunderung für den am Samstag verstorbenen Linzer Altbischof Maximilian Aichern. Mit Aichern sei jemand heimgegangen, „der sein Amt und seine Sendung als Hirte unmittelbar im Herzen seiner Herde lebte“. Aichern habe sich betreffen lassen von den Schicksalen der Menschen, „vergaß keine Person, der er begegnete“, würdigte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, Vorsitzender der Bischofskonferenz, den Verstorbenen. Das Requiem für Altbischof Maximilian wird am Samstag, 7. Februar, um 12 Uhr im Linzer Mariendom gefeiert. Beigesetzt wird Aichern auf eigenen Wunsch am Montag, 9. Februar, in der Äbtegruft des Stiftes St. Lambrecht, dem er vor seiner Amtszeit als Bischof von 1977 bis 1982 vorstand.
kap
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