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Der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner hat sich angesichts der Asylstatistik 2025 besorgt über den Kurs der österreichischen Regierung gezeigt. Trotz aller Herausforderungen dürften Schutz suchende Menschen nicht zum Feindbild werden. Es brauche „Maßnahmen, die qualitätsvolle Verfahren ermöglichen und rechtsstaatliche sowie menschenrechtliche Standards wahren“, so Schwertner. Nachsatz: „Recht muss Recht bleiben!“
Obwohl die Zahl der Antragsstellungen auf Asyl im vergangenen Jahr stark gesunken sei und auch so wenige Asylwerbende in der Grundversorgung seien wie schon lange nicht, halte die Regierung am restriktiven Kurs fest – etwa am Stopp der Familienzusammenführung, kritisierte der Caritasdirektor. Damit werde keine „illegale Migration“ bekämpft, sondern ein letzter legaler Weg zur Flucht verunmöglicht. Wenn man über Asylverfahren und Abschiebezentren in Drittstaaten spricht, müssten Rechtsstaatlichkeit und menschenrechtliche Standards unter allen Bedingungen gewahrt werden, mahnte Schwertner ein – ebenso, „wenn es darum geht, vermehrt nach Syrien und Afghanistan abzuschieben“. Es handle sich um zwei Länder, die für Zivilisten von unterschiedlichen Stellen als nicht sicher eingestuft würden.
Wie prekär der Umgang mit Geflüchteten aktuell ist, sehe man anhand der Schließung des letzten Ankunftszentrums für ukrainische Vertriebene. „Mitten im Winter werden schutzbedürftige Menschen sich selbst überlassen“, so Schwertner.
Wie das Innenministerium mitteilte, ist für 2025 ein deutlicher Rückgang bei Asylanträgen zu verzeichnen. Gesamt wurden 16.284 Ansuchen gestellt. In der Antragsstatistik an der Spitze stehen heuer Afghanen vor Syrern. kap
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