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Seit seinem Rücktritt 2015 lebt er weitgehend von der Öffentlichkeit zurückgezogen bei den Elisabethinen in Graz.
Erzbischof Franz Lackner spricht ihm seine tiefe Wertschätzung aus: „90 Jahre Bischof Egon Kapellari – ein Anlass, der mit Recht gefeiert wird. Ich schätze ihn als meinen ‚Lehrmeister‘ im Bischofsamt. Beeindruckt hat mich immer seine umfassende Bildung, gepaart mit einem einfachen, unaufdringlichen Glauben. Seine Gedanken waren nie bloße Feststellungen. Das oberflächliche Gespräch lag ihm fern. Die bischöfliche Mensa war in diesem Sinne ein offener Ort des Austauschs mit Witz, Geist, feinem Humor und auch Demut. So legte Egon Kapellari sein Amt als Bischof an: Dieser muss hinhören, hinsehen, hinfühlen, er muss alles beisammenhalten.
In Bischof Egon konnte ich diese Haltung, dieses katholische ‚Und‘ stets wahrnehmen. Egon Kapellari ist so in besonderer Weise ein Mann des Wortes. Sprache ist für ihn eine unmittelbare Verlängerung des Geistes. So denke ich auch jetzt besonders an ihn, da ich diese Zeilen mit dem ‚Sprachfön‘, wie er zu sagen pflegt, zurechtrichte und dabei versuche, ihnen Form, aber doch auch nicht zu viel Volumen zu geben. Denn das ist etwas, womit man bei ihm gewiss nicht punkten kann: Heiße Luft.
90 Jahre Bischof Egon Kapellari – ein Anlass, der mit Recht gefeiert wird. Seinen Geburtstag, den 12. Jänner, übersehe ich in keinem Jahr. Er ist mir doppelt bedeutungsvoll, denn an genau diesem Tag durfte ich 2014 den Hirtenstab der Erzdiözese Salzburg empfangen – gewiss kein Zufall. Die Anrede ‚Exzellenz‘ ist für ihn so angemessen wie verdient, auch wenn ich aus seinem Munde einmal hörte: ‚Sagen Sie einfach Bischof, das ist ehrlich!‘
Ich bin tief dankbar für alles, was ich an seiner Seite lernen und erfahren durfte. Exzellenz, lieber Bischof Egon: Gottes reichsten Segen und alles erdenklich Gute dir! Ein herzliches Vergelt’s Gott!“
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