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Inhalt:

Eine Schwester, die Leben verändert

Im Haus „Maria Hyazinta“ von Schwester Clara Erlbacher in Bolivien finden Mädchen Geborgenheit und Schutz. Die aus Abtenau stammende Franziskanerin schenkt ihnen dabei nicht nur Struktur, sondern ein Stück Familie. 

19 ganze Ausgabe als ePaper lesen

Seit mehr als 50 Jahren wirkt Sr. Clara Erlbacher vom Orden der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen in Bolivien. Im Viertel „Los Chacos” am Stadtrand der Tieflandmetropole Santa Cruz leitet sie ein Heim für sexuell missbrauchte Kinder.  

 

RB: Wie viele Kinder leben aktuell im Heim „Maria Hyazinta“?
Schwester Clara Erlbacher: Zurzeit sind 28 Kinder im Haus. Wir sind voll belegt. Normalerweise leben nur Mädchen bei uns, die Jüngste ist zehn Jahre alt. Allerdings haben wir auch einen Bewohner, der schon  mit drei Jahren zu uns gekommen ist und mittlerweile an der Universität studiert. Vor kurzem hatte er seine Abschlussprüfung zum Rechtsanwalt. 

 

RB: Aus welchen Verhältnissen kommen die Kinder? 
Schwester Clara: 90 Prozent der Mädchen wurden sexuell schwer missbraucht. Die Mütter verbieten den Kindern oft, etwas zu sagen. Sie erstatten meist auch keine Anzeige. Wenn der Mann verurteilt wird und ins Gefängnis kommt, kann er nichts zum Familieneinkommen beitragen. Diese Frauen haben kein eigenes Geld. Sie wissen nicht, wie sie ihre Familien dann alleine durchbringen sollen.


Die „Geschichte“ zweier unserer Mädchen ist besonders schlimm. Ihr Stiefvater vergewaltigte sie. Es gab in diesem Fall eine Gerichtsverhandlung und er wurde eingesperrt. Doch die Mutter ist mit allen Kindern (mit ihren eigenen und jenen vom Mann) mit ins Gefängnis gegangen. Die Mädchen waren also in derselben Zelle wie ihr Vergewaltiger. Die Behörden holten sie schließlich heraus und brachten sie zu uns. Heute fühlen sie sich im Heim geborgen und sind glücklich.

 

RB:  Wir feieren diesen Sonntag Muttertag. Sind Sie für die Mädchen wie eine (Ersatz)Mutter?
Schwester Clara: Das ist ganz unterschiedlich. Am Anfang sehen sie mich sicher mehr als Direktorin und Leiterin. Je länger sie hier sind, desto enger wird die Beziehung. Dann ist das Leben immer mehr wie in einer Familie. Das Heim gibt es bereits seit 30 Jahren. Als ich im Februar meinen Geburtstag feierte, sind 18 meiner ehemaligen Schützlinge gekommen, manche habe ich zuerst gar nicht erkannt. Sie arbeiten und haben selbst Famiien gegründet. Als einige sagten, das Heim war für sie ihr wirkliches Zuhause, hat mich das sehr gefreut.

 

RB: Wie sieht ein normaler Tag in der Casa (Haus) „Maria Hyazinta“ aus?       
Schwester Clara: Alle Mädchen gehen in Privatschulen. Das Schulgeld dafür müssen wir bezahlen. Die staatlichen Schulen sind keine Option. Hier haben Drogenbanden das Sagen. Wer sich weigert bei ihnen einzusteigen, wird mit dem Umbringen bedroht. Es ist völlig unmöglich, unsere Mädchen dem auszusetzen. Wenn sie zu Mittag nach Hause kommen, essen sie erst einmal, danach haben sie frei. Später erledigt jede kleine Aufgaben wie Geschirrabwaschen oder das Ausfegen des Ganges. Im Grunde ist es wie in einem normalen Haushalt: Die Kinder lernen und wachsen daran, dass sie ihren Teil beitragen. 


Wichtig ist die Begleitung durch die Psychologin – gerade, wenn die Kinder neu eingezogen sind. Aber auch mit jenen die schon länger da sind trifft sie sich regelmäßig. Am Nachmittag ist außerdem eine Pädagogin anwesend. Es geht darum, Lernstoff aufzuholen. Die Mädchen wurden in ihren Familien häufig davon abgehalten, in die Schule zu gehen – dann hätte nämlich die „Gefahr“ bestanden, dass sie von der Gewalt, der sie zu Hause ausgesetzt sind, jemandem erzählen. Wir haben ein zehnjähriges und ein dreizehnjähriges  Mädchen, die jeweils nur eine Volksschulklasse besucht haben. Ohne Unterstützung könnten sie ihre Wissenslücken nicht annähernd schließen.

 

RB: Wie finanzieren Sie den Betrieb?
Schwester Clara: In Santa Cruz gibt es nur zwei Heime für missbrauchte Kinder. Eines davon ist unser Haus. Wir sollten eigentlich von der öffentlichen Hand Geld erhalten, aber die Stadtgemeinde hat Millionen von Schulden. Uns sind sie die Förderung von einem Jahr und vier Monaten schuldig. Die Landesregierung ist ebenfalls säumig. Momentan sind wir total von Österreich abhängig, wobei die größte Unterstützung aus der Erzdiözese Salzburg kommt.

 
Das vergangene Jahr war wirklich eine Katastrophe. Wir hoffen, dass die neue Regierung uns bald wieder das Wenige, was notwendig ist, zukommen lässt. Wir können die Kinder ja nicht wegschicken. Wo sollen sie hin? Auf die Straße? Dort bliebe ihnen nur Stehlen oder Prostitution, um zu überleben. Ich kann als Schwester gar nicht anders, als den Mädchen zu helfen.

 

RB: Haben Sie einen Wunsch zum Muttertag?
Schwester Clara: Wir müssen das Personal genauso wie die Betriebskosten, das tägliche Essen oder die Schulbücher mit Spenden finanzieren. Eine Patenschaft über 50 Euro deckt schon die Ausgabe für einen Schul-  oder Studiumsplatz. Jeder Beitrag hilft uns.

 

RB: Trotz aller Schwierigkeiten ist Bildung und Ausbildung der Mädchen das Wertvollste, was ihnen für ihre Zukunft mitgegeben werden kann.  
Schwester Clara: Unser Ziel ist, dass alle Kinder eine Ausbildung machen. In Bolivien gibt es kein Lehrlingssystem wie in Österreich. Berufe wie Schneiderin und Friseurin müssen in kostenpflichtigen Instituten erlernt werden. Derzeit haben wir vier Studentinnen auf staatlichen Universitäten und eine Bewohnerin auf einer privaten, die natürlich teurer ist. Aber nächs-tes Jahr ist die junge Frau mit ihrer Ausbildung zur Apothekerin fertig. 

 

RB: Sie sind gebürtige Abtenauerin. Wie ist der Kontakt in die „alte“ Heimat?  
Schwester Clara: Salzburg hat ja mit San Ignacio de Velasco eine Partnerdiözese in Bolivien. Wenn es dorthin Besuche gibt, wie vor ein paar Jahren durch eine Gruppe mit Weihbischof Hansjörg Hofer, dann ist meist noch ein Abstecher nach Santa Cruz eingeplant. So geht die Verbindung zum Heim, zu den Kindern und zu mir nicht verloren. 

 

Schwester Clara Erlbacher freut sich über den Besuch von Weihbischof Hansjörg Hofer (2022) in Santa Cruz.      

 

Wolfgang Heindl/ibu

 

 

mitgeteilt

 

Es braucht viel Geduld, Liebe und psychologische Begleitung, bis die Lebensfreude bei den Mädchen wieder da ist. Sie kommen mit Verletzungen an Körper und Seele in das Heim von Schwester Clara Erlbacher in Santa Cruz. 


 

Sei So Frei, die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung, unterstützt Sr. Clara seit langem. Wer mithelfen möchte, dass ihre wichtige Arbeit weitergeht: Dieser Ausgabe liegt ein Zahlschein bei. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Weitere Infos: www.seisofrei.at

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Ausgabe 19|2026


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