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Salzburg. Der Schutz des Lebens von seinem Anfang bis zu seinem natürlichen Ende ist ein kirchlicher Zentralauftrag: Das haben kürzlich die Lebensschutzbeauftragten der österreichischen Diözesen bei ihrer Jahrestagung in Salzburg unterstrichen. Bischof Hermann Glettler betonte die besondere Herausforderung, über Lebensschutzthemen zu kommunizieren. Es brauche eine Sprache, „die zuerst aus dem Herzen kommt“ – einladend, öffnend und niemals verurteilend, gerade weil diese Themen schwer und emotional aufgeladen seien und die Gefahr von Empörung bestehe. Auch der Salzburger Bischofsvikar Gerhard Viehhauser strich heraus, dass der Lebensschutz „zu den Grundaufträgen der Kirche“ zähle, „da nach biblischer Weisung jedes menschliche Leben heilig ist und unverbrüchliche Würde besitzt“.
Der Pädagoge und Familientrainer Christoph Alton berichtete aus seiner praktischen Erfahrung im Lebensschutz und stellte seine „Goldgräber Methode“ vor, die er seit Jahrzehnten in der Begleitung von Menschen in tiefen Krisen – etwa nach Abtreibung, bei Gewalt oder Suizidgefährdung – anwendet. Im Zentrum steht für ihn das „Auffüllen des Liebestanks“ durch echtes Zuhören, Wertschätzung und Beziehung. Auch dem Gebet komme dabei heilende Kraft zu, so Alton.
Die Buchautorin Sabina M. Scherer („Mehr als ein Zellhaufen“) schilderte ihren Einsatz für den Lebensschutz, für den sie auch öffentlich in Talkshows eintritt. Das Thema Abtreibung sei emotional aufgeladen, umso wichtiger sei es, sich fachlich gut auszukennen und nicht nur die eigenen Argumente, sondern auch Sorgen und Ängste der Gegenseite zu verstehen. Nur so lasse sich eine gemeinsame Basis finden und ein positives Bild vom Schutz des Lebens zeichnen. Die Seelsorgerin Sabrina Anderl schilderte die großen Herausforderungen rund um assistierten Suizid als pastorale, medizinische und menschliche Grenzsituation.
kap/eds
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