
Salzburg. Noch keine Stunde war nach der Vorfahrt mit dem Fiaker und dem Einmarsch über den roten Teppich verstrichen, da ging es auf der Tanzfläche im Salzburger Kapitelsaal bereits rund. Während sich die einen ausgelassen zum Rhythmus der Musik bewegten, versammelten sich die anderen zur ersten (aber nicht letzten) Polonaise des Abends. Die weltweit am 13. Februar gefeierte „Night to Shine“ für Menschen mit Behinderung – großteils mit Down-Syndrom – war in vollem Gange und bot ein wunderbar emotionales Kontrastprogramm zum tags zuvor in Wien gefeierten Opernball der High Society.

„Ihr seid die Stars dieses Abends. Wir lassen es uns richtig gut gehen und euch alle hochleben“, verlautete das Team rund um Barbara Schubert, Inklusions-Referentin im Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg (gemeinsamer Veranstalter mit dem Verein Down-Syndrom Österreich und der Plattform Christdemokratie). Die Ballgäste machten in der Folge dem Motto „Night to Shine“ alle Ehre und „strahlten“ nicht nur am obligatorischen Fotopoint vor Freude. Wer Lust hatte, konnte sich von einem Stylingteam direkt auf dem Ball verschönern lassen, später folgte dann noch die traditionelle „Krönung“ der Ballgäste als sichtbares Zeichen der Wertschätzung.

Ein besonderer Abend war es beispielsweise für Emily aus Mayrhofen im Zillertal. Die 24-jährige Tirolerin hatte zunächst nur durch Zufall von der Veranstaltung erfahren und den Ballbesuch dann zu Weihnachten gemeinsam mit einigen Freundinnen geschenkt bekommen. „Es ist mein allererster Ball und es macht riesig Spaß. Ich habe schon viel getanzt“, war Emily ebenso begeistert wie ihre Tiroler Landsfrau Vanesa. Der 25-jährigen Debütantin aus Schwaz fehlten beim ungewohnten Interview zwischen Schminken und Fotoshooting zwar vor Verlegenheit die Worte, doch eines wusste sie bereits nach zwei Stunden mit Bestimmtheit: „Ich komme nächstes Jahr sicher wieder.“

Bereits Stammgäste der „Night to Shine“ sind Tabea (16) und Mathias (26) – beide aus Salzburg, beide zum dritten Mal dabei und beide so tanzbegeistert, das sie sogar in den Tanzensembles Mixed Abled Dance und Tanzkompanie Flitz mitwirken. Mathias macht mittlerweile schon eine entsprechende Tanzlehrerausbildung und lässt sich in der Fotobox gleich mit Tabea in Tanzpose ablichten. Die beiden sind der beste Beweis, dass sich bei der „Night to Shine“ über einen schönen Abend hinaus auch langfristig Freundschaften vertiefen. Für Tabea gibt es letztlich nur eine Kritik am Ball: „Es ist immer viel zu früh vorbei.“

Jubel bei der Begrüßung der Ballgäste.
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