Eva Skorpen und Maria Steger sind zwei von ihnen. Beide absolvierten vor sechs Jahren die einjährige Ausbildung zur Krankenhausseelsorgerin am Geistlichen Zentrum Embach und begleiten seither ehrenamtlich kranke Menschen und ihre Angehörigen.
Zur Krankenhausseelsorge kamen beide aus innerer Berufung. Maria Steger war bereits als Exerzitienleiterin und in der geistlichen Begleitung tätig, wobei auch einfühlsames und aufmerksames Zuhören wichtig ist. „Außerdem beschäftige ich mich viel und gern mit Sinnfragen und bin oft in Kontakt mit Angehörigen von Verstorbenen“, sagt Maria Steger zu ihrer Motivation. Eva Skorpen bringt langjährige Erfahrung aus dem Sozialdienst eines Krankenhauses in Berlin mit. „Menschen in schwierigen Lebensphasen helfen zu können, war mir schon immer eine Herzensangelegenheit. Das Ausschlaggebende für diese Ausbildung war für mich, mehr die menschlichen Bedürfnisse eines Einzelnen wahrnehmen zu können“, erklärt Eva Skorpen.
In der Seelsorge erleben sie ihre Arbeit als „geschenkte Zeit“ für beide Seiten. Gespräche entstehen freiwillig, nichts wird aufgedrängt. Oft zeigen sich dabei Sorgen, Sinnfragen oder lange mitgetragene Konflikte. „Allein das Gehörtwerden wirkt entlastend“, berichten beide. Angehörige in Trauersituationen empfinden es als große Hilfe, wenn jemand ihre Tränen, ihre Trauer und ihre Sprachlosigkeit aushält. „Ich erlebe sehr intensive Begegnungen und ein sehr vertrauensvolles Miteinander und fühle mich oft als Anker für die Patientinnen und Patienten. Das Sich-Öffnen hat eine erleichternde Wirkung bei ihnen“, so Eva Skorpen.
Zuhören oder einfach Da-Sein können Ruhe, Entlastung und Trost bringen.


Maria Steger (l.) und Eva Skorpen (r.) sind ehrenamtliche Krankenhausseelsorgerinnen am Tauernklinikum in Zell am See.
Die Nähe zu Krankheit und Tod fordert, berührt und verändert. Beide Frauen sprechen von Mitgefühl, von Hilflosigkeit – und von der Kraft des Gebets. Die Begegnungen schärfen den Blick für die Vergänglichkeit des Lebens und nähren eine tiefe Dankbarkeit für die eigene Existenz und Gesundheit. Zugleich erleben sie große Wertschätzung und Vertrauen. „Wenn ich spüre, dass durch mein Da-Sein etwas in Bewegung kommt, dann weiß ich, warum ich diesen Dienst tue“, sagt Eva Skorpen, die lernen musste, selbst mit zwei Schicksalsschlägen umzugehen und nicht jedes Leid an sich heranzulassen: „Meine Sicht auf das Leben hat sich anders entwickelt. Dankbarkeit steht bei mir an erster Stelle.“ Für Steger ist klar: Krankenhausseelsorge braucht eine fundierte Ausbildung – und Menschen, die bereit sind, einfach da zu sein. „Kranke Menschen sind sensibel, verletzlich, hellhörig. Sie haben viel Zeit. Da brechen Fragen auf – Sinnfragen und praktische Fragen über das neue Leben daheim. Gespräche und Zuhören können Entlastung, Ruhe und Trost bringen.“
wissenswert
Der Bedarf an seelsorglichen Mitarbeitenden in Krankenhäusern ist groß. Ein neuer Ausbildungskurs Ehrenamtliche Krankenhausseelsorge wird bei ausreichender Nachfrage angeboten.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Detlef Schwarz: detlef.schwarz@eds.at, 0662/8047-2076.
Gebetsanliegen von Papst Leo XIV. für den Monat Februar:
„Wir beten, dass die von unheilbaren Krankheiten betroffenen Kinder und ihre Familien die medizinische Betreuung und die notwendige Unterstützung erhalten, ohne je die Kraft und die Hoffnung zu verlieren.“
Infos und Papst-Video zum Gebetsanliegen:
www.gebetsapostolat.at
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