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„Wir brauchen eine Schubumkehr beim Denken“

Das Friedensbüro Salzburg hat kürzlich den Friedenspädagogen Werner Wintersteiner eingeladen, sein neues Buch „Mehr Sicherheit ohne Waffen“ vorzustellen. Was wie Utopie klingt ist ein zeitlos unpassender Gedanke, der aufrütteln soll. 

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Monika Hölzl

RB: Den Thirring-Plan hat Hans Thirring 1963 veröffentlicht. Können Sie die wesentlichsten Punkte kurz zusammenfassen? 
Werner Wintersteiner:
Der Friedensplan von Hans Thirring entstand, als wir gerade die Kuba-Krise hinter uns hatten, es begannen Friedensverhandlungen zwischen den Supermächten über die atomare Abrüstung, aber es ging dabei nicht viel weiter. Die Zeit war geprägt von viel Misstrauen. In so einer Zeit muss es eine Aktion geben, die diese vertrauensbildenden Maßnahmen irgendwie beschleunigt, provoziert, hervorruft. Das könnte nach Hans Thirring am leichtesten von einem Land geleistet werden, das mit gutem Beispiel in Bezug auf Abrüstung vorangeht. Er schlug daher in einer kleinen Broschüre die einseitige Abrüstung Österreichs und Sicherheitsverträge mit den Nachbarstaaten vor. Seine Annahme war, dass kein Land ein völlig abgerüstetes Land überfallen würde, da dann keine Verhandlungen mehr möglich wären. Der Punkt war, dass er eine internationele außenpolitische Maßnahme setzen wollte, die eine Vertrauensbildung unter den Großmächten in Gang setzen sollte. Nämlich indem ein Staat – Österreich – sagt, er habe das Vertrauen, dass die Verträge halten. Sein Plan brachte ihm viel Lob und sogar zwei Nominierungen für den Friedensnobelpreis. 


Sein Gedanke „mehr Sicherheit ohne Waffen“ war, dass Österreich als Erstes diesen Weg gehen könnte und dann würde eine Welt mit weniger Waffen oder in der Tendenz ohne Waffen als Utopie entstehen. Das würde mehr Sicherheit bringen. Das ist ein sehr aktueller Gedanke. 

 

RB: Der Titel von Thirrings Plan war „Mehr Sicherheit ohne Waffen“, was damals wie heute provokant wirkt. Was hat Sie bewogen, ein Buch zum Thema herauszugeben? 
Wintersteiner: Ich wollte nicht nur seinen damaligen Aufruf abdrucken und vielleicht kommentieren, sondern ich wollte ihn als einen Gedankenanstoß nützen, was so etwas heute bedeuten könnte. Ich habe auch versucht, kontroverse Stimmen zu versammeln. Es ist verständlich, dass ein ehemaliger General des Österreichischen Bundesheeres etwas anderes dazu schreibt, als jemand, der sich zum Beispiel für gewaltlose Verteidigung einsetzt. Ich will mit dem Buch auch Menschen den Mut geben, weiterzudenken. In Thirrings Überlegungen kommen Frauen zum Beispiel nicht vor, deshalb habe ich auch einen Beitrag von Rosa Logar dabei. Sie ist eine Expertin für feministische Friedensarbeit.

 

RB: Sie haben, wie Sie sagen, verschiedenste Autoren für Ihr Buch angefragt. Was war das spannendste Ergebnis all dieser Überlegungen und Stellungnahmen für Sie?
Wintersteiner: Einerseits gab es deutliche Differenzen hinsichtlich der Historie, der Umsetzungsmöglichkeiten oder dahingehend, wie wünschenswert es wäre. Andererseits gab es ein gemeinsames Band. Dieses ehrliche Friedensbemühen eines Österreich, das seine Neutralität als Friedenspolitik einsetzen kann. Dieser Aspekt hat meiner Meinung nach alle Autorinnen und Autoren geeint. 

 

„

Es sehnen sich vielleicht 
genug Menschen nach Frieden, aber 
sie sehnen sich nicht genug.  

„


Werner Wintersteiner ist Friedenspädagoge und lebt in Villach. 

 

RB: Thirring hat seinen Plan damals auch im Parlament präsentiert. Welche Reaktionen würden Sie heute darauf erwarten?
Wintersteiner: Erstens wäre es einmal großartig, wenn so eine Idee überhaupt ins Parlament kommen würde. Die erste Reaktion auf solche Pläne ist ja „nicht einmal ignorieren“. Das war bei Thirring nicht möglich, denn er war eine bekannte Persönlichkeit. Heute würde im Parlament schnell gesagt werden, dass diese Idee überhaupt nicht in unsere Zeit passt. Das ist mein Punkt: Ich behaupte immer, die Aktualität Thirrings Vorschlag beruht auf seiner Unzeitgemäßheit. Es wird immer als unpassend empfunden, was im eklatanten Widerspruch zum üblichen Denken steht. Es ist ein Stachel im Fleisch. Und genau das brauchen wir heute, ein anderes Denken, eine Schubumkehr beim Denken mit offenem Ausgang. Wenn man so weiter macht wie bisher, verstärkt man die Probleme, die man lösen möchte. Das ist meine Überzeugung. 

 

RB: Welche Rolle spielt bei Friedensbemühungen die katholische Kirche für Sie?
Wintersteiner: Die katholische Kirche leistet wie Papst Franziskus und auch sein Nachfolger Papst Leo sehr wichtige Beiträge in Richtung Weltfrieden. Die vatikanische Diplomatie hat zum Beispiel eine große Rolle bei den allerdings vergeblichen Versuchen im Ukraine-Krieg zu vermitteln, gespielt. Papst Franziskus sagte auch ganz klar und eindeutig, der Weg der Rüstung sei der falsche, wir müssen den Weg des Friedens gehen. Es gibt auch kirchliche oder kirchlich beeinflusste Organisationen wie Pax Christi oder den Internationalen Versöhnungsbund, die in Richtung Frieden arbeiten. Ich persönlich stoße als Friedenspädagoge vor allem bei Religionslehrerinnen und -lehrern auf offene Ohren.


RB: Sie sind Friedenspädagoge, wo müsste Friedenserziehung Ihrer Meinung nach anfangen?
Wintersteiner: Eine Kultur des Friedens muss eine gesamtgesellschaftliche Kultur sein. Die Bemühungen zur Erhaltung und Förderung dieser Kultur müssen auf allen Ebenen stattfinden, in Familien wie Schulen. Auch die Medien sind ein ganz wichtiger Teil. Hat man früher im Fernsehen noch sehr unterschiedliche Leute zu einem Thema diskutieren lassen im Interesse der Wahrheitsfindung, so geht es heute um eine Politshow, die der Unterhaltung der Leute dient und nicht der Wahrheitsfindung. Das ist ein irrsinniges Signal in die Gesellschaft hinein, kommt aus einem gesellschaftlichen Trend heraus und verstärkt ihn gleichzeitig. Die Rolle der Medien ist entscheidend. 

 

wissenswert

 

Hans Thirring (1888–1976) war ein österreichischer Physiker und Friedensaktivist, Universitätsprofessor und Freund von Albert Einstein. Seine zweite Lebenshälfte widmete er nach 1945 nur mehr der Friedensfrage. Dank seiner Bekanntheit und guten Reputation gelang es ihm eine breite Friedensbewegung aufzubauen. Dennoch geriet sein Plan „Mehr Sicherheit ohne Waffen“ über die Jahre und Jahrzehnte in Vergessenheit. Nun hat der Friedenspädagoge Werner Wintesteiner seine Idee wieder aufgenommen und in einem Buch von verschiedenen  Experten diskutieren lassen. 

Werner Wintersteiner (Hg.): „Mehr Sicherheit ohne Waffen“  – Zur Aktualität von Hans Thirrings Friedensplan. ProMedia, 2025, ISBN: 978-3-85371-547-5, 24 Euro. E-Book: ISBN: 978-3-85371-931-2, 19,99 Euro. 

 

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