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„Die Vereinsamung von Senioren wird immer größer“

Melanie Ribeiro ist ehrenamtlich in der Seniorenpastoral in Mattsee tätig.
Melanie Ribeiro ist ehrenamtlich in der Seniorenpastoral in Mattsee tätig.

Was muss man beim Umgang mit Demenzkranken beachten? Wie begegnet man Menschen mit schweren Erkrankungen oder einer Behinderung? Wie unterstützt man die Ältesten am besten? Nach dem Besuch eines entsprechenden Lehrgangs engagiert sich Melanie Ribeiro in der Seniorenpastoral. 

Thomas Manhart

RB: Was war Ihre Motivation, sich in Mattsee im Besuchsdienst der Seniorenpastoral zu engagieren?
Melanie Ribeiro: Ich wollte schon immer ehrenamtlich tätig werden und etwas mit Senioren machen. Als ich von einem entsprechenden Ausbildungskurs des Seelsorgeamtes der Erzdiözese Salzburg erfuhr, bin ich es dann angegangen. Man redet sich gerne raus, dass einem die Zeit dafür fehlt, aber es ist alles eine Frage der Einteilung.

 

RB: Welches der Ausbilungsmodule war besonders wertvoll oder ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Ribeiro: Das war der „Umgang mit Demenzkranken und deren Angehörigen“ von Ulrich Gsenger. Die medizinischen Grundlagen haben mir geholfen, die Erkrankung besser zu verstehen – welche Signale wir mit unserer Körpersprache unbewusst aussenden, die Demenzkranke anders wahrnehmen als gesunde Menschen. Dass sie von zu vielen Fragen schnell überfordert sind. Dass vor dem Körperkontakt erst eine Bindung aufgebaut werden muss. Und wie herausfordernd die Situation nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen ist. Die praktischen Tipps haben mir Sicherheit gegeben. 
Weitere tolle Referenten waren zum Beispiel Detlef Schwarz zum Thema „Rituale und Sakramente in Krankheit und Alter, Kommunikation mit kranken Menschen“ und die blinde Referentin Katharina Spitzer („Menschen mit Behinderung begleiten“), die uns wertvolle Einblicke in ihren Alltag gewährte. Sehr interessant war auch der Besuch im Seniorenwohnhaus Nonntal mit dem Konzept, dass Seniorinnen und Senioren zum Teil wie in einer riesigen WG wohnen.

Es ist schwer in Worte zu fassen – aber jemandem ein gutes Gefühl zu geben, gibt einem selber ein gutes Gefühl.

RB: Was bekommen Sie am Ende des Tages von der ehrenamtlichen Arbeit in der Seniorenpastoral zurück?
Ribeiro: Das sind die schönen Momente, die wir zusammen verbringen. Es ist schwer in Worte zu fassen – aber jemandem ein gutes Gefühl zu geben, gibt einem selber ein gutes Gefühl. Ich hatte die Wahl, im Seniorenheim zu helfen oder Senioren zu Hause zu besuchen, und habe mich für Letzteres entschieden. Im Heim gibt es Ansprechpartner, aber zu Hause wird die Vereinsamung von Senioren immer größer. Bei der Dame, die ich betreue, leben die Kinder in Wien. Sie ist 86, wohnt alleine und hat sonst niemanden.     

 

 

teilnehmen

 

Ausbildungslehrgang für Begleiterinnen/Begleiter alter, kranker oder beeinträchtigter Menschen (Oktober 2026 bis März 2027)
Inhalte: Arbeiten mit und an der eigenen Lebensbiografie; helfende Gespräche führen; Besuch im Seniorenwohnheim; thematische Einheiten (Altersbilder, Demenz, Depression, Trauer, Krankheit, Ethische Fragestellungen)
Infos zu den Modulen, Voraussetzungen, Kosten und Anmeldung: www.kirchen.net/seniorenpastoral/ausbildungsangebote 

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Ausgabe 25|2026


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