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„Die Leihoma ist für uns ein großes Glück“

Mariam, Lea, Clara und Maen Farhatova sind froh, den Leihomadienst gefunden zu haben.
Mariam, Lea, Clara und Maen Farhatova sind froh, den Leihomadienst gefunden zu haben.

Der „Familienverband Salzburg und Tiroler Unterland“ feiert dreißig Jahre Leihomadienst. Mariam Farhatova erzählt von der großen Entlastung, die das Angebot mit sich bringt.

Conny Pipal

Ein strahlendes Lächeln huscht über Claras Gesicht, wenn sie ihre Leihoma erblickt. Ob allein oder mit ihrer älteren Schwester Lea, sie verbringt gerne Zeit mit der geliehenen Großmutter. Das kleine Mädchen ist zweieinhalb und trägt ein schweres Schicksal. „Durch ihre Herzerkrankung hat sie schon sehr viele Krankenhausaufenthalte und Therapien hinter sich“, erzählt Mama Mariam. Sie und ihr Mann haben zurzeit noch eine andere Belastung, die ihnen das Leben erschwert. Die leiblichen Großeltern leben im Libanon. „Meine Familie wurde vor Monaten vertrieben und wir sehen jeden Abend die Nachrichten und warten täglich auf Lebenszeichen über Handykontakt.“

 

Vertrauen fassen

 

Umso mehr schätzt die Familie dieses Angebot des Katholischen Familienverbandes. Über eine Freundin sei sie dazu gekommen, sagt Mariam und erinnert sich an die erste Begegnung: „Wir wohnen am Land in Mattsee und hatten das große Glück, eine Leihoma zu bekommen, die ganz in der Nähe wohnt.“ Bereits beim ersten Kennenlernen sei alles sehr gut gelaufen, die Kinder hätten trotzdem eine Eingewöhnungsphase gebraucht. „Um diese zu überbrücken, bin ich die ersten paar Male mitgegangen. Auch ich brauchte Zeit, um Vertrauen zu fassen – wegen der Krankheit von Clara“, sagt die zweifache Mama und ergänzt, wie froh sie ist, dass es mit der Leihoma „so super klappt“. Die Freude sei groß, wenn der Omatag auf dem Programm steht. „Wenn ich Clara sage, dass sie kommt, wartet sie schon am Fenster und versteckt sich dann hinter der Tür, um die Oma zu erschrecken.“

Ich hätte es vorher nicht gewagt, Clara einer anderen Person anzuvertrauen.

Voller Begeisterung verbringen sie auch gemeinsam viel Zeit am See. „Clara kann nicht sprechen. Die beiden verständigen sich wunderbar ohne Worte und unsere Leih–oma beherrscht schon teils die Gebärdensprache.“ Die beiden hätten auch ihre speziellen Zeichen, wenn Clara Steine ins Wasser werfen oder plantschen möchte, weiß Mama Mariam.

 

Für sie sei dieser Omadienst eine große Entlastung. Vorher hätte sie  es noch nicht gewagt, Clara einer Person außerhalb der Familie anzuvertrauen. So gewinnt sie nun Zeit, um wieder Kraft zu tanken.

 

Link zur „Leihoma-Seite“ des Katholischen Familienverbandes Salzburg: www.familie.at/sbg/omadienst

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