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„Reden wir über Vorsorge“

Rechtzeitig die „letzten Dinge“ zu regeln, ist ein sensibles Thema, das aber im Nachhinein viele Probleme ersparen kann. Das wurde bei einem  Informationsabend von „aktion leben“ deutlich.

Conny Pipal

Salzburg. Es sei tief in unserer Gesellschaft verankert, nicht über das Sterben zu sprechen, weiß Brigitta Klosa, Familienberaterin bei „aktion leben“. In der Beratungsstelle fand kürzlich ein Informationsabend rund um die Vorsorge und Planung für die Zeit, wenn Geschäftsfähigkeit und Entscheidungsmöglichkeit nicht mehr gegeben sind, statt. „Es war auffällig, dass sich zum diesem Thema nicht nur Menschen informieren, die den Tod oder das Sterben als Betroffene fürchten, sondern auch viele, die Sterbende zuhause begleiten, wie Pflegepersonal, Ärzte und Angehörige.“

Die Sorge, niemanden zu benachteiligen, beschäftigt die meisten.

Ein Schwerpunkt waren Fragen rund um das Erben. Sowohl die klassischen Themen als auch spezielle Fälle wurden dabei angesprochen. „Es ist emotional belastend, gerecht zu sein, gerade wenn es um Patchwork-Familien geht oder der Kontakt zu den Kindern abgebrochen ist“, erklärt Klosa. Sehr oft gehe es auch um die gerechte Aufteilung unter den Kindern. „Die Sorge, niemanden zu benachteiligen, beschäftigt die meisten.“

 

„In Ordnung sterben“

 

Wie man eine Vorsorgemappe erstellt, Bankvollmachten, Vorsorgevollmachten oder wie offiziell ein Testament beglaubigt werden muss, kommt ebenfalls oft zur Sprache. Auch ethische Überlegungen spielen eine Rolle: Was kann ich tun, wenn mein Partner eine Sterbeverfügung machen möchte? Wie kann ich ihm helfen? Später einmal „in Ordnung zu sterben“, sei der Wunsch der Teilnehmenden. „Es wurde klar, dass viele Familienkonflikte vermieden werden können, wenn die letzten Dinge geordnet sind.“

 

Um Menschen auf diesem Weg zu unterstützen, ist es der Familienberaterin und Palliativ-Care-Fachfrau ein Anliegen, auch zu den Menschen zu kommen, wenn sie nicht mehr mobil sind – ob zu Hause, in Seniorenheimen oder im Krankenhaus. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht unbedingt in die Beratung kommen, diese aber dringend bräuchten. Auf diese Weise gehen wir in den Heimen den Weg der aufsuchenden Sozialarbeit.“ 

 

Dabei werde versucht, mit den betroffenen Menschen ins Gespräch zu kommen. „Wenn wir das Gefühl haben, dass ihnen dieses Thema wichtig ist, machen wir das Angebot, dass wir Unterstützung geben können.“ So könne auch veranlasst werden, dass ein Notar ins Haus kommt, wenn dies gewünscht ist. „Bei allen Hilfestellungen geht es immer um die Selbstbestimmtheit.“

 

 

teilnehmen

 

Red´ ma über´s LEBENsende
zwei weitere Informationsabende

 

10. Juni, 17 bis 20 Uhr
Betreuung und Begleitung (Orte, Finanzierung, Unterstützung)
14. Oktober, 17 bis 20 Uhr
Rechtliche Themen (Erbschaft, Erwachsenenschutz)
Ort: „aktion leben“ Salzburg, Hellbrunnerstraße 13

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Ausgabe 17 |2026


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