Kaum schaltet man das Radio ein, dreht den Fernseher auf oder hört die Diskussionen in den öffentlichen Verkehrsmitteln: Es vergeht kein Tag, an dem unsere Kinder nicht mit Nachrichten über Krieg konfrontiert sind. Unsicherheit macht sich breit, diffuse Ängste beschleichen unseren Nachwuchs, Fragen tauchen auf. Doch wie können Eltern diese so beantworten, dass Kinder wieder beruhigt ihren Alltag bewältigen können?
„Kinder spüren die Veränderungen in unserer momentan sehr fragilen gesellschaftlichen Situation, sie hören Gespräche und sehen Bilder, auch wenn wir versuchen, sie zu schützen“, sagt Stefanie Hinterlechner-Weber, Klinische- und Gesundheitspsychologin sowie Referentin der Diözese Innsbruck im Referat Ehe und Familie. „Es ist wichtig, ehrlich, aber behutsam auf drängende Fragen zu reagieren. Wir können erklären, dass Krieg entsteht, wenn Länder oder Gruppen von Völkern große Konflikte haben und keine friedliche Lösung finden.“ Dabei sollen wir betonen, dass Gewalt nie gut ist und sehr viele bemühte Menschen daran arbeiten, Frieden zu schaffen.
„Kinder brauchen klare, einfache Worte und die Gewissheit, dass ihre Fragen willkommen sind.Wir sollten aufmerksam zuhören, nachfragen, was sie bereits wissen, um Missverständnisse und Fantasien sanft korrigieren zu können. Es hilft, Informationen altersgerecht zu dosieren und nicht alles auf einmal zu erklären“, erklärt die Autorin auf familie.at und ergänzt: „Wichtig ist, Gefühle ernst zu nehmen. Wenn Kinder Angst, Wut oder Traurigkeit zeigen, dürfen sie das äußern, und wir begleiten sie dabei. Wir können sagen, dass solche Gefühle normal sind und dass wir gemeinsam Wege finden, damit umzugehen.“
Kinder sollen das Gefühl haben, dass ihr Alltag stabil bleibt. Verlässliche Routinen, wie gemeinsame Mahlzeiten, feste Schlafenszeiten oder kleine Rituale, würden Halt geben. „Wir können betonen, dass wir als Familie zusammenhalten und dass viele Menschen in unserer Umgebung dafür sorgen, dass wir geschützt sind. Es ist nicht nötig, Kinder mit allen Details oder beunruhigenden Nachrichten zu konfrontieren. Medienkonsum darf begleitet und begrenzt werden, damit sie nicht überfordert werden. Trotzdem ist eine altersgerechte Information zu realen Ereignissen meiner Meinung nach sinnvoll.“
Hilfreich sei es, Hoffnung zu vermitteln, ohne falsche Versprechen zu machen. „Wir können sagen, dass viele Menschen sich für Frieden einsetzen und dass Hilfe für diejenigen, die sie benötigen, organisiert wird.“
Am Ende gehe es darum, Kindern Halt zu geben und ihnen zu zeigen, dass sie geliebt sind. Diese Sicherheit sei die Grundlage, auf der sie schwierige Themen verarbeiten können. „Wenn wir ihnen zuhören, sie ernst nehmen und begleiten, wachsen sie trotz Unsicherheit in ihrer Stärke und ihrem Vertrauen ins Leben – mit dem Wissen, dass es jemand größeren, nämlich Gott in unserem Leben gibt, der alles in der Hand hat, der alle Wege mit uns mitgeht, auch dann, wenn es manchmal alles andere als einfach ist, besonders in schweren Zeiten.“
Mehr Infos unter:
www.meinefamilie.at
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