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Salzburg. Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs warnten zum Abschluss einer Konferenz in Salzburg vor einem generellen Social-Media-Verbot für junge Menschen, wie es von der Regierung geplant ist. Ein solches Verbot greife massiv in zentrale Kinderrechte ein. Gefordert werden stattdessen: eine konsequente Umsetzung bestehender Regelungen, Plattformregulierungen, EU-weite Lösungen und eine Stärkung der Medienkompetenz. Übersehen werde der Fakt, dass der Zugang zu Social Media für Minderjährige längst streng geregelt ist.
Gemäß dem österreichischen Datenschutzgesetz bestehe faktisch bereits ein Verbot der eigenständigen Nutzung für Unter-14-Jährige, sofern keine elterliche Zustimmung vorliegt. Zwar seien die Risiken im digitalen Raum – wie Cybermobbing, Hassrede oder psychischer Druck – reale Gefahren, die konsequente Schutzmaßnahmen erfordern, ein pauschales Verbot würde junge Menschen jedoch von der gesellschaftlichen Teilhabe ausschließen und wichtige Kinderrechte, wie das Recht auf Information, freie Meinungsäußerung sowie Freizeit und Spiel, unverhältnismäßig einschränken.
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