Seit ich beim Familienverband Leihoma bin, hab‘ ich immer nur Buben betreut“, lacht Monika Müller. Warum das so ist? Wohl ein Zufall. Eine bewusste Entscheidung von ihr vor zehn Jahren hingegen war, sich dieser wertvollen Aufgabe zu widmen. „Mein Leben war damals in einer Veränderung und ich suchte nach einer sinnvollen Tätigkeit.“
Monika Müller als Leihoma voll in ihrem Element.

Erfahrungen sammelte die Salzburgerin bereits als „Granny“ in Australien. „Mit 58 bin ich nach Sydney und war dort sieben Monate Leihoma“. Auch wenn sie inzwischen drei eigene Enkel hat, möchte sie ihre „geliehenen Kinder“ nicht missen. „Einer meiner Enkelsöhne freundete sich sogar mit einem Leihenkel an. Die beiden wohnten nicht weit voneinander entfernt und trafen sich zum Spielen.“
Dass sie mit einigen ihrer Schützlinge, die inzwischen erwachsen sind, noch heute Kontakt hat, freut Monika Müller besonders. „Ich habe das Glück, sehr liebe Familien zu betreuen. Wir erleben immer viel Spaß miteinander“, schwärmt sie und erzählt von einem kleinen Buben, den sie liebevoll Sturzpilot nennt, weil er gerne einmal die Couch runterkullert. Beide können darüber herzlich lachen.
Aus ganzem Herzen zu geben, sei beglückend, davon ist Leihoma Antonia Eschbacher aus Schleedorf überzeugt. „Es ist so schön, Kinder zu begleiten, mit ihnen Spaß zu haben. Man bekommt sehr viel von den Kindern zurück. Die Freude, wenn ich zu ihnen komme, die gemeinsam liebgewonnenen Tätigkeiten, wie das gemeinsame Kochen und Verspeisen von Apfelnocken und vieles mehr, das meist im Freien stattfindet. Wir erleben die Natur mit all ihren Geschenken und Möglichkeiten.“
Und auch die Eltern mögen ihre Art, mit dem Nachwuchs umzugehen. „Ich bin sehr dankbar für dieses Gottesgeschenk, für diese Gabe, die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen“, sagt Eschbacher und spricht auch von der Wichtigkeit der Familie. „Frieden muss vorbildhaft in der Familie beginnen. Wenn wir es da nicht schaffen, wie soll es dann auf der Welt funktionieren? Das beinhaltet auch, Grenzen zu setzen, die Klarheit deutlich zum Ausdruck bringen und dabei aus dem Herzen agieren.“
Julia Ortmann-Radau, Geschäftsführerin des Katholischen Familienverbandes Salzburg und Tiroler Unterland, freut sich, wenn sich weitere Leihomas mit Herz melden. „Insgesamt haben wir zurzeit neunzig Omas, die 242 Familien betreuen.“
Bei Interesse melden Sie sich bitte unverbindlich bei Anita Strumegger unter: 0662 8047 1240 oder per E-Mail an anita.strumegger@eds.at
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