Spricht man von der Fastenzeit, wird diese meist mit Verzicht in Verbindung gebracht. Dass man durch Entsagung und Reduktion jedoch auch anderen etwas zukommen lassen kann, weiß Richard Kleissner, Geschäftsführer des Tiroler Familienverbandes aus der Erfahrung früherer Jahre: „Unsere Kinder verzichteten auf Schokolade und meine Frau und ich auf ein Glas Wein. Für jeden Verzicht warfen wir etwas in eine Sparbüchse. Am Ende ist ein schöner Betrag zusammengekommen, den wir spendeten.“
Freiwillig zu verzichten könne man üben und es ist in der heutigen Zeit besonders wichtig, dass das gelernt wird. Um Menschen dabei zu unterstützen, empfiehlt er die von ihm initiierte App „Gutes Leben“. Sie bringt jedes Jahr sechs Schwerpunktthemen an Familien heran. Zu jedem Thema werden Impulse, Infos und Aktionen direkt aufs Handy geliefert. Auch zur Fastenzeit. Die Aktion steht unter dem Motto: „Brauchen wir, was wir haben? Haben wir, was wir brauchen?“
„40 Tage lang bereiten wir uns in der Fastenzeit auf das Osterfest vor. Alle Familienmitglieder sind eingeladen und wir halten für alle besondere Aufgaben bereit.“ Mit der App kann man einen Vorsatz fassen und festhalten, bekommt Anregungen für die Reflexion und es gibt täglich einen Denkanstoß.
Von all den wertvollen Impulsen, die man in der App vorfindet, mag und empfiehlt Richard Kleissner zwei ganz besonders: „Machen Sie um die Mittagszeit eine kleine Pause, um einen Blick auf den bisherigen Tag zu werfen. Und dann schauen Sie nach vorne: Was sollte heute noch geschehen, damit Sie am Abend zufrieden auf den Tag zurückblicken können? Braucht es noch etwas, um den Tag zu würzen, zu vertiefen, zu veredeln, ihm eine andere Richtung oder mehr Tiefe zu verleihen?“ Ein ganzer Themenbereich befasst sich mit Begegnungen: „Hier bietet ein wunderbarer Satz von Mutter Teresa Orientierung: ‚Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist‘.“
Richard Kleissner vom Familienverband Tirol

Nicht nur mit dieser App, auch mit der „Aktion plusminus“ taucht der Familienverband in die Fastenzeit ein. Unter www.fastenzeit.jetzt gibt es weitere Anregungen und bewährte Unterlagen für verschiedene Zielgruppen.
Voller Freude nimmt auch Julia Ortmann-Radau die Angebote ihres Tiroler Kollegen an. „Wir bieten daraus auch in Salzburg attraktive Aktionen an (www.familie.at/site/salzburg/angebote/projekte). Dort können Interessierte bei uns motivierende Unterlagen zur Fastenzeit bestellen“, erklärt sie und erzählt, in welcher Weise sie mit Tochter Selma und Ehemann Nils die Fastenzeit würdigt: „Handyfasten steht bei uns ebenso auf dem Fastenprogramm, wie das Weglassen von allem Süßen.“ Ihr sei bewusst, dass dies leichter klingt, als es dann umzusetzen ist. „Die Zufriedenheit, dass wir durchgehalten haben, gibt uns so viel, dass wir dieses ‚Opfer‘ leichter in Kauf nehmen.“
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