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Taugliche Gegenpole zur digitalen Dauerstimulation

Das Buch „Handyfrei“ von Petra Trautwein ist als Orientierungshilfe für Eltern entstanden, die Verantwortung übernehmen wollen, ohne die Beziehung zu ihrem Kind zu verlieren.

06 ganze Ausgabe als ePaper lesen
Conny Pipal

Warum Petra Trautwein
ein Buch zum Thema Handynutzung geschrieben hat? „Weil ich im Alltag als Coach und Mutter erlebe, wie überfordert sich viele Eltern damit fühlen. Noch nie zuvor mussten Eltern Kinder durch eine Welt begleiten, in der jederzeit ein Gerät verfügbar ist, das gezielt auf Sucht programmiert ist“, sagt die Autorin und ergänzt: „Es gibt keine erprobten Regeln, keine kulturelle Erfahrung, keinen Generationenvertrag, auf den wir zurückgreifen können.“
Verbote lösen keine Probleme
Es sei wichtig, Eltern zu befähigen und ihnen klare, alltagstaugliche Strategien für einen gesunden Umgang mit dem Handy und digitalen Medien zu geben. Kinder seien schneller abgelenkt, können sich schlechter konzentrieren, sind häufiger erschöpft, gereizt oder innerlich leer. „Eltern spüren sehr genau, dass Bildschirmzeiten und Verbote allein das Problem nicht lösen“, sagt  Petra Trautwein, die  auch bei manchen Großeltern eine Abhängigkeit vom Handy sieht.

„
Erwachsene reagieren auf
 dieselben Mechanismen“
„

Petra Trautwein ist Mutter, Buchautorin, und Coach.

 

„Dies ist kein Generationenproblem, sondern ein menschliches.“ Der Unterschied sei nur, dass Erwachsene ein weiter entwickeltes Gehirn haben und Gefühle besser regulieren können.
„Erwachsene reagieren auf dieselben Mechanismen: sofortige Ablenkung, schnelle Belohnung, permanente Verfügbarkeit, vielleicht greifen wir auch aus Langeweile schnell zu den Bildschirmen.“ Für Kinder sei es problematisch, wenn sie das beobachten, denn: Medienerziehung funktioniert nicht über Regeln, sondern über Vorbilder. Wenn Großeltern beim Besuch permanent aufs Handy schauen oder Konflikte mit Ablenkung lösen, untergräbt das jede gut gemeinte Regel der Eltern.


Digitale Tabuzonen


Unter all den Ritualen, die sie empfiehlt, seien zwei von zentraler Bedeutung: kein Handy bei den Mahlzeiten und kein Handy im Schlaf- oder Kinderzimmer in der Nacht. Diese beiden Orte sind emotionale Schutzzonen. Am Tisch entsteht Beziehung, im Schlafzimmer Regulation und Ruhe. Wenn dort Bildschirme liegen, verlieren Kinder genau das, was sie am dringendsten brauchen: echte Aufmerksamkeit und sicheren Schlaf.
Ein weiteres wirksames Ritual sind zehn Minuten bewusste Präsenz pro Tag mit jedem Familienmitglied.
Wenn Großeltern Zeit mit ihren Enkeln verbringen, dann möglichst ohne Handy in der Hand. Vorlesen, spazieren gehen, gemeinsam kochen oder spielen – als echte Gegenpole zur digitalen Dauerstimulation. Oma und Opa können die Eltern enorm entlasten, indem sie sagen: „Bei uns gelten die Regeln zum Medienkonsum auch.“

 

lesenswert

 

Impulse und Antworten auf Fragen zu diesem Thema finden Sie im Buch von Petra Trautwein:
 „Handyfrei“ – so bringen Eltern ihren Kindern den gesunden Umgang mit Handy und Bildschirmen bei.

Mehr Infos zum Thema auch unter:
www.meinefamilie.at

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