Das Bühnenstück „Jedermann“ begleitet Angelika Bamer-Ebner seit ihrer Kindheit und prägte ihr Leben auf vielfältige Art. „Zunächst wirkte ich selbst auf der Festung Hohensalzburg mit, lernte dort meinen späteren Ehemann kennen, produzierte gemeinsam mit ihm zwei eigene ‚Jedermann‘-Inszenierungen und stand später drei Jahre als Tänzerin beim Domplatz-‚Jedermann‘ auf der Bühne“, erzählt die leidenschaftliche Schauspielerin.
Zum ersten Mal in Kontakt mit dem Stück „Jedermann“ kam sie im Alter von sieben Jahren. „Die Geschichte zog mich sofort in den Bann, auch wenn mir die christliche Botschaft aufgrund meiner religiösen Erziehung bereits vertraut war. Meinen Glauben veränderte das Stück zwar nicht, doch bis heute regt es mich an, über den Sinn des Lebens und die Frage nachzudenken, was ein gutes Leben ausmacht“, sagt Bamer-Ebner.
Aber nicht nur die Leidenschaft für das Theater spielt im Leben von Bamer-Ebner eine große Rolle, sie sammelt auch Festspielkostüme, über 300 zählt ihr Fundus. „Darunter befinden sich auch Gewänder berühmter ‚Jedermann‘-Darsteller aus der Zeit von Curd Jürgens und Klaus Maria Brandauer“, sagt sie uns stolz. „Die prachtvollen Kostüme aus Samt, Seide und Pelz zeigen den vergänglichen Reichtum der Titelfigur“, erfahren wir im Gespräch mit ihr.
„Besonders ans Herz gewachsen ist mir das schlichte Bußgewand der Schlussszene. Es erinnert mich an meinen Mann Peter, der dieses Kostüm in unserer eigenen Inszenierung unter anderem im Schloss Prielau trug. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut“, betont sie.

Untrennbar sind „Jedermann“ und der Domplatz verbunden. Bamer-Ebner erlebt ihn als idealen Aufführungsort. „Da es in Hofmannsthals Stück um den Glauben geht, ist es stimmig, wenn es an kirchlicher Kulisse aufgeführt wird.“
„Während meiner Zeit als Mitwirkende nahm ich diese Stimmung hinter den Kulissen intensiv wahr. Meine Kostümsammlung legt den Schwerpunkt auf historische Gewänder. Vor allem die bewundernswerten Details und die unzähligen Arbeitsstunden, die in jedem einzelnen Kleidungsstück stecken, beeindrucken mich“, so Bamer-Ebner.
Einen Wunsch oder vielmehr eine Vision hat Angelika Bamer-Ebner zudem:
Ich möchte die historischen Gewänder unbedingt wieder auf die Bühne bringen und ihnen neue Geschichten schenken.
Zum Schluss schwelgt Bamer-Ebner in Erinnerungen: „Am stärksten berührt mich die Szene, wenn Jedermann seine Fehler einsieht und sich zum Glauben hinwendet, das hat etwas Versöhnliches. Wenn er geläutert und ohne Prunk und Protz mit seinen Werken ins Jenseits schreitet, ergreift mich das.“
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