Die Geschichte der Parscher Kirche schreibt der Weichselbaumhof. Sein Ursprung reicht bis ins Jahr 998 zurück. Er ist eines der ältesten Bauerngüter im Land Salzburg – mit einer sehr bewegten Geschichte bis ins 20. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die enteignete Liegenschaft dem Kloster St. Peter rückerstattet und von der Gemeinschaft der „Missionare vom Kostbaren Blut“ um 220.000 Schilling erworben. Damit war der erste Schritt zu einer eigenen Pfarrkirche in Parsch getan.

Während anfangs aus finanziellen Mitteln provisorisch nur ein Pfarrsaal mit Unterkirche im alten Stallgewölbe geplant war, schlug Architekt Clemens Holzmeister eine völlige Neuplanung der Kirche durch die Architektengruppe 4 (Johann Spalt, Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent) vor, allesamt Schüler Holzmeis-
ters. Diesen war klar: „Kirchturm brauche der massive umgebaute Bauernhof keinen, aber Licht von oben“, erinnert sich Friedrich Kurrent. 1955 erfolgte die Grundsteinlegung, am 4. August 1956 bereits die Einweihung des damals gewagten Gesamtkunstwerks, das als „modernste Kirche Österreichs“ in der Presse betitelt wurde. „Zur Zeit der Kirchweihe war dies alles zu früh. Erzbischof Rohracher überließ seinem Weihbischof Johannes Filzer die Weihe“, ergänzt er lächelnd. Erst 1959 bekam die Kirche eine Orgel und wurden Glocken angeschafft.

In der Parscher Kirche verewigten sich namhafte Künstler: Oskar Kokoschka fertigte den Betonschnitt am Südportal mit den Motiven „Sündenfall“ und „Taufe“ an. Der Wiener Bildhauer Fritz Wotruba gestaltete die Plastik eines leidenden Chris-tus über dem Haupteingang. Das hölzerne Altarkreuz ist eine späte Jakob Adlhart Schnitzerei, der Keramikkreuzweg ein frühes Werk von Franz Josef Altenburg, rundet die Ausstattung ab. Josef Mikl schuf die Fenster und entwarf das Messgewand, das seine Frau Franziska nähte.

„Das Besondere an unserer Kirche ist der vorkonziliare Volksaltar. Die Mitte unserer Kirche. Von hier geht eine tiefe Spiritualität aus“, ist Pfarrgemeinderatsobmann Stefan Jordis begeistert. Dass die Kirche ursprünglich ein Bauernhof war, ist heute noch sichtbar: „Nach wie vor ist viel unter einem Dach: Kindergarten, Schulkindgruppe, die zweitgrößte Pfadfindergruppe von ganz Salzburg. Unser Team von Ehrenamtlichen zwischen 20 Jahren und Mitte 80 pflegt den Garten, das Haus und ein gutes Miteinander mit den Menschen im näheren Umkreis.“ Die Pfarre will mit möglichst vielen ins Gespräch kommen, eine gute Nachbarschaft pflegen, ein Zentrum im Leben sein. „Wir verinnerlichen uns immer wieder neu, dass der Herr unser Mittelpunkt ist, das wollen wir teilen und mit der bunten Nachbarschaft in Einklang bringen“, sagt Stefan Jordis.
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