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35 Jahre gelebte Berufung im Vertrauen auf Gott

Erzbischof Franz Lackner feierte am 23. Juni sein 35‑jähriges Priester‑Weihejubiläum.
Erzbischof Franz Lackner feierte am 23. Juni sein 35‑jähriges Priester‑Weihejubiläum.

Erzbischof Franz Lackner feierte am 23. Juni sein 35‑jähriges Priester‑Weihejubiläum. Im Rupertusblatt erzählt der Jubilar von seiner Berufung und einem Leben mit Abzweigungen.

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Daniela Pfennig, Ingrid Burgstaller
Redakteurin
daniela.pfennig@eds.at

Erzbischof Franz Lackner blickt in diesen Wochen auf markante Wegmarken seines Lebens: 35 Jahre sind seit seiner Priesterweihe vergangen, die er 1991 im Grazer Dom gemeinsam mit zwölf weiteren Neupries-tern durch Bischof Johann Weber empfing. Zugleich steht am 14. Juli sein 70. Geburtstag bevor – Grund genug, innezuhalten und Dank zu sagen für einen Lebensweg, der aus der Suche nach Berufung gewachsen ist. Zu diesem Anlass feierte er am 24. Juni einen Dankgottesdienst im Salzburger Dom. – Genau am Festtag Johannes des Täufers, von dem er seinen bischöflichen Wahlspruch entlehnt hat. Dieser sagte über Jesus: „Jenem gebührt zu wachsen“ (Joh 3,30).

 

Gott hat mich überrascht 

 

Geboren wurde Lackner 1956 als Anton Lackner in Feldbach, aufgewachsen ist er in St. Anna am Aigen. Zunächst führte ihn sein Weg in eine Elektrikerlehre und zum Bundesheer, auch zu einem Einsatz als UNO-Soldat auf Zypern. Gerade in dieser Zeit reifte seine Entscheidung: „Der Gedanke, Priester zu werden, hat meinen Kopf, möchte ich fast sagen, gekreuzt. Bei nächtlichen Wachgängen fand ich Zeit, über mein bisheriges Leben nachzudenken. Ich lernte wieder beten, und der Wunsch, Priester zu werden, wurde wieder wach.“ Seine Berufung schildert Lackner als Prozess innerer Auseinandersetzung. „Das war mein Jakobskampf. Ich habe gerungen, bis in den Schlaf hinein. Ich dachte, ich darf nicht Priester werden, weil ich schon so viel anderes erlebt habe. Mit meiner Berufung hat mich Gott wahrlich überrascht“, sagt er. Verschiedene geistliche Traditionen hätten seinen Weg begleitet, bevor er sich für den Ordensweg entschied. 1984 trat der gebürtige Steirer in den Franziskanerorden ein, nahm den Namen Franz an und bereitete sich auf das Priestertum vor.
Sein Wirken führte ihn schließlich als Weihbischof nach Graz-Seckau und schließlich 2014 als Erzbischof nach Salzburg. „Das war die nächste Riesenüberraschung, als ich gespürt habe, das kann nicht von meiner Festplatte kommen. Ich weiß noch, dass ich bei der Pressekonferenz in Graz gesagt habe, es ist Gott wieder einmal gelungen mich zu überraschen“, erinnert sich Erzbischof Franz Lackner. Seit 2020 steht er zudem der Österreichischen Bischofskonferenz vor.

 

Franz Lackner

Vor 35 Jahren wurde Anton „Franz“ Lackner in Graz zum Priester geweiht. Sein Primizbild zeigte den hl. Franziskus, dessen Leben und Spiritualität den heutigen Erzbischof von Salzburg noch immer prägt.

Primizbild


Franziskus als Leitfigur

 

Geprägt bleibt seine Spiritualität vom Geist des heiligen Franziskus. „Die große Herausforderung heute ist, wie es uns gelingen kann, Gott wieder an die erste Stelle zu setzen“, sagt Lackner. Und: „Wir brauchen eine neue Einfachheit und Schlichtheit in einer sehr komplizierten Welt.“ Sein Jubiläum verweist auf einen Weg, der aus innerem Ringen gewachsen ist, ein Weg mit Überraschungen – und ein Weg, der bis heute von Vertrauen, Einfachheit und der Ausrichtung auf Gott getragen wird.       


In der Rupertusblatt-Ausgabe zum 70. Geburtstag von Erzbischof Franz Lackner folgt ein ausführliches Interview.

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Ausgabe 26 | 2026


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