Die Erzdiözese trauert um Prälat Hans‑Walter Vavrovsky, Domkapitular und Domdechant emeritus, der am 18. Juni im Alter von 81 Jahren verstorben ist. „Die Nachricht von Hans-Walter Vavrovskys Heimgang ins Haus des Vaters erfüllt mich mit Trauer und Betroffenheit, zugleich aber auch mit großer Dankbarkeit. Sein Wirken als Priester, besonders aber durch Jahrzehnte als Rektor von St. Virgil kann kaum hoch genug geschätzt werden“, würdigt Erzbischof Franz Lackner den Verstorbenen.
Mit Prälat Hans-Walter Vavrovsky verliert St. Virgil ihren langjährigen Rektor und eine Persönlichkeit, die Bildung, Kirche und Gesellschaft nachhaltig geprägt hat. Sein Name steht für Dialog, interreligiöse Begegnung und eine weltoffene Kirche, die Mut macht und Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen stärkt und begleitet. Von 1983 bis 2016 formte er St. Virgil zu einem lebendigen Zentrum für Bildung, Kultur und Begegnung. Er war überzeugt, dass Kirche Räume öffnen müsse – für Gespräche, für neue Perspektiven und für gemeinsames Lernen. Meilensteine waren die Entwicklung des zweiten Nächtigungsbetriebs St. Rupert sowie die architektonische Erweiterung des Hauptgebäudes. Seine Handschrift ist bis heute sichtbar. Direktor Jakob Reichenberger: „Sein Wirken ist lebendig in dieser Salzburger Institution, die er geprägt hat, in den Menschen, die er gefördert hat, und in den Ideen, die er in die Welt getragen hat. Der Hans-Walter-Vavrovsky-Dialogpreis wird 2026 zum dritten Mal verliehen und ist auch Ausdruck seines Verständnisses dieser Welt.“
„Bildung war ihm ein echtes Herzensanliegen; so trat er ein für eine Kirche, die für Andersdenkende offen ist und sich zugleich ihres Credo nicht schämt. In diesem Sinne verstand er seine Sendung, gerade auch als lebenslanger Schüler Joseph Ratzingers, als Christ und Europäer“, würdigte Erzbischof Lackner Vavrovskys Engagement. Auch über St. Virgil hinaus setzte er bleibende Impulse: als Pfarrer in Rattenberg, beim Aufbau der Hospizbewegung Salzburg, in der Ökumene oder im interreligiösen Dialog. Er war unter anderem Vorsitzender des Salzburger Pressvereins, Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und Diözesanbeauftragter für Europafragen. Zudem war er in zahlreichen Gremien, etwa in der Europakommission der Bischofskonferenz und der Europäischen Akademie der Wissenschaften.
Bildung war ihm ein echtes Herzensanliegen.
Für Domdechant Gottfried Laireiter war „unser lieber Mitbruder und ehemaliger Domdechant Hans-Walter Vavrovsky ein für sein Leben dankbarer Mensch, wie er selbst in seinem geistlichen Testament schreibt: ‚Gott hat mich im Großen und Ganzen auf die Sonnenseite des Lebens gestellt und ein sonniges Gemüt geschenkt. Ich durfte viel Licht erfahren.‘ Er war ein Mann des Gebetes, des Dialogs und vielseitig begabt. Seine ihm von Gott anvertrauten Talente hat er treu eingesetzt zur Ehre Gottes und zum Segen der Menschen.“
Vavrovskys Wurzeln liegen in Salzburg, wo er 1968 die Priesterweihe empfing. Seine Ausbildung führte ihn nach Innsbruck, Bonn und Müns-ter, wo er Schüler von Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., war.
teilnehmen
Am Fr., 3. Juli, 14 Uhr, findet die Begräbnisfeier für Hans-Walter Vavrovsky im Salzburger Dom statt. Predigt: Manfred Scheuer, Bischof von Linz; anschließend Beisetzung in der Hagenauergruft auf dem Friedhof St. Peter.
Aktuelles E-Paper