Ende des 18. Jahrhunderts gelobte die Thierseer Bevölkerung, regelmäßig die Passion Jesu aufzuführen – ein Versprechen, das bis in die Gegenwart gelebt wird. Das heutige Passionsspielhaus direkt am Thiersee entstand 1926 als Gemeinschaftswerk des gesamten Dorfes und prägt seither das Ortsbild sowie das kulturelle Leben in Thiersee. „Mit großem persönlichem Einsatz zahlreicher bäuerlicher Familien, die Eigenleistungen erbrachten und Kredite aufnahmen, um den Bau möglich zu machen, entstand der große, beeindruckende Holzbau. Bis heute erzählt das Gebäude von diesem Gemeinschaftsgeist: mit knarrenden Holztreppen, verwinkelten Gängen und den mächtigen Holzbögen, die das Dach des Hauses tragen“, erzählt Michael Juffinger, Obmann des Passionsspielvereins.
Rund 280 Personen gehören aktuell dem Passionsspielverein an. Viele engagieren sich ehrenamtlich für Erhalt, Pflege und technische Modernisierung des Passionsspielhauses. In den vergangenen Jahren wurden die Bestuhlung erneuert, energieeffiziente LED-Rundbögen eingebaut und eine neue Drehbühne in Eigenleistung errichtet. Weitere Modernisierungen im Bereich Licht- und Projektionstechnik sind geplant. „Unser größter Wunsch ist, dass das Passionsspielhaus auch künftig ein Ort der Begegnung und des Miteinanders für alle Altersgruppen bleibt“, so Juffinger.
Beim Tag der offenen Tür gibt es viel zu entdecken. Besuchende erhalten Einblicke hinter, auf und sogar unter die Bühne. Der Besuch von Erzbischof Franz Lackner und weiteren Ehrengästen ist für den Verein eine besondere Wertschätzung: „Die gemeinsame Überzeugung und die beeindruckende Hingabe eröffnen einen Weg, dem Wort Gottes in physischer Dimension zu begegnen“, so der Erzbischof.

Blick ins Passionsspielhaus im Jahr 1927.
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Der Festakt am 14. Juni beginnt um 10 Uhr mit einem landesüblichen Empfang, um 10.30 Uhr feiert Erzbischof Franz Lackner die Festmesse im Passionsspielhaus, anschließend wird im Atrium gefeiert.
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