Es war ein gelungener Start unseres Projekts ‚Gründung eines Pfarrverbandschores Wörgl-Bruckhäusl‘“, zieht Pfarrprovisor Christian Hauser zufrieden Bilanz. Beim ersten Treffen Mitte Mai kamen 30 Singbegeisterte zwischen 30 und 75 Jahren zusammen. „Sie freuen sich sehr auf das, was kommt“, so Hauser. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde durch den neuen Chorleiter Martin Spöck ging es sofort ins gemeinsame Singen. Die anfängliche Zurückhaltung wich rasch hörbarer Begeisterung. Spöck zeigte sich beeindruckt und sieht „viel gesangliches Potenzial, das es zu vertiefen gilt“.
Vor zehn Jahren löste sich der Kirchenchor in Bruckhäusl auf, durch Corona jener in Wörgl. Die Idee für den pfarrübergreifenden Chor entstand aus einer konkreten Erfahrung: „Ich wurde mit meinem Gospelchor für Ostern angefragt – und dachte: Es kann doch nicht sein, dass es am höchsten kirchlichen Feiertag keinen Chor in einer Pfarre gibt“, erzählt Spöck, „daraus wuchs der Wunsch, einen Chor für den gesamten Pfarrverband ins Leben zu rufen.“
Dass ein solcher Schritt heute Mut braucht, ist ihm bewusst. Viele Chöre kämpfen mit Nachwuchs, gleichzeitig scheuen sich viele Menschen, feste Verpflichtungen einzugehen. „Wir haben das Projekt dem Pfarrgemeinderat vorgestellt. Dieser begrüßte die Initiative, war aber wenig optimistisch, wie wir die Leute zusammenbringen könnten. Denn heute ist Flexibilität gefragt“, sagt Spöck. Deshalb setzt er bewusst auf ein offenes Modell: Proben im 14-tägigen Rhythmus, mit der Möglichkeit, auch einmal auszusetzen – und dennoch dazuzugehören.
Wenn wir unsere Kirchenchöre verlieren, verlieren wir ein wertvolles Kulturgut.

Martin Spöck ist engagierter Chorleiter, Musiker und Musikschullehrer
„Es geht nicht um Perfektion. Jede und jeder kann mitsingen, es ausprobieren. Wir singen aus Freude, für unseren Glauben und die Menschen“, betont Spöck. Gerade an Festtagen sei die Dankbarkeit für Musik bei vielen Kirchenbesuchenden spürbar.
Der Pfarrverbandschor versteht sich bewusst als Ergänzung zu bestehenden Gruppen mit einer guten Mischung aus deutschen und lateinischen, aber auch rhythmischen Messen – in beiden Pfarrkirchen. „Als Erstes proben wir eine einfachere Messe. Diese wollen wir noch vor dem Sommer zum Besten geben“, verrät der passionierte Chorleiter. Er ist überzeugt: „Wenn wir unsere Kirchenchöre verlieren, verlieren wir ein wertvolles Kulturgut.“ Und ergänzt: „Wir freuen uns über alle, die sich noch anschließen. Entscheidend sind Freude und Gemeinschaft. Wenn wir geduldig sind und miteinander arbeiten, kann etwas sehr Schönes wachsen.“
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