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Haus voller Chancen und guter Zukunft

Das Pfarrzentrum St. Vinzenz in Salzburg-Lehen hat sich verwandelt. Ein vertrauter Ort wurde neu gedacht: offen, hell und voller Leben. Aus einem klassischen Pfarrzentrum ist ein moderner Sozial- und Begegnungsraum geworden.

 

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Ingrid Burgstaller

Es ist ein gutes Miteinander. Mit diesen Worten beschreibt Pater Willy Sytko SAC das Zusammenarbeiten und Zusammenleben in St. Vinzenz. „Ich bin seit vergangenem September im Amt. Das heißt, ich habe die Baustelle noch erlebt", erinnert sich der Pallottiner zurück und zählt auf, wer alles im umfangreich sanierten Pfarrzentrum nun Heimat gefunden hat: natürlich die Pfarrgemeinde, dazu die Krabbelgruppen der St.-Erentrudis-Stiftung sowie die Jugendnotschlafstelle Exit Nova der Caritas. „Jetzt kommt auch noch das Lerncafé dazu“, bringt der Pfarrprovisor die Sprache auf den letzten Neuzugang. 


Rosen streut er dem Team der Pfarre, das gemeinsam die Aufgaben angeht wie die kürzlich angelaufene Vermietung des Pfarrsaals. „Wir sind gut aufgestellt mit unserem Pfarrgemeinderatsobmann Rudolf Krugluger und den weiteren Ehrenamtlichen – ohne sie geht es nicht. Und die Pfarrsekretärin arbeitet sowieso jeden Tag ,an der Front'. Ihnen allen gilt es danke zu sagen." Die angesprochene Pfarrsekretärin Terezija Katic fühlt sich sehr wohl in den nun so hellen Räumen. „Aber auch die Reaktionen der Menschen in Lehen sind sehr positiv."


Klein und Groß willkommen


Erzdiözese Salzburg, Pfarre Lehen und Heimat Österreich als „Projektsteuerer" haben gemeinsam einen Ort entwickelt, der Tradition und gesellschaftliche Verantwortung neu verbindet. Der Pfarrbereich bleibt das Herzstück. Auf rund 450 m² stehen Pfarrsaal, Gemeinschaftsräume, Küche und das Pfarrbüro für Begegnung, Seelsorge und Veranstaltungen zur Verfügung. Im Erdgeschoss sorgen die Kleinkindgruppen der St.-Erentrudis-Stiftung für Leben im Haus. Ein neu gestalteter Innenhof mit Spielplatz lädt die Jüngsten zum Spielen und Entdecken ein. Im Obergeschoss befindet sich die Jugendnotschlafstelle Exit Nova der Caritas Salzburg. Zehn moderne Zimmer – zwei davon barrierefrei – bieten Jugendlichen in Krisensituationen Schutz, Stabilität und neue Perspektiven. Caritas-Direktor Kurt Sonneck beschreibt die Kooperation als „Win-win-Situation für Pfarre und Caritas“, denn das Projekt revitalisiere kirchliche Immobilien und übernehme gleichzeitig soziale Fürsorge.

 

Seit Beginn des Jahres befindet sich die Jugendnotschlafstelle Exit Nova im Pfarrzentrum. Nach 20 Jahren in Maxglan war ein Umzug notwendig, da das alte Gebäude nicht mehr den Anforderungen entsprach. Am neuen Standort finden Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren moderne Einzelzimmer, gemütliche Aufenthaltsräume und ein Umfeld, das Sicherheit vermittelt.


Die Jugendlichen können bis zu 14 Nächte pro Monat bleiben, essen, duschen und ihre Kleidung waschen. Beratung und Krisenintervention sind bei Bedarf abrufbar. Die Gründe für eine Übernachtung sind vielfältig: verpasste Heimfahrten, Streit mit den Eltern, Angst vor Konsequenzen nach einer schlechten Schularbeitsnote... „Leider gibt es auch junge Menschen, die kein Daheim haben, wo sie schlafen können“, weiß Karoline Pfeiler, die Exit Nova leitet. Ihr Herzensanliegen: „Kein Jugendlicher soll auf der Straße schlafen müssen.“


Modell für die Zukunft


Die bauliche Umsetzung war anspruchsvoll: Für rund 4,2 Millionen Euro wurde das Gebäude auf 1.500 m² vollständig kernsaniert. Eine statisch mangelhafte Decke aus den 1960er-Jahren musste ersetzt werden. Gleichzeitig wurde das Haus energetisch modernisiert – mit Zellulosedämmung, Photovoltaik-anlage und neuer Gebäudetechnik. Damit ist das Pfarrzentrum Lehen nicht nur funktional, sondern auch ökologisch zukunftsfit.


Für die Erzdiözese Salzburg ist das Projekt ein Modell für den verantwortungsvollen Umgang mit kirchlichen Immobilien. Diözesanökonom Cornelius Inama betont, dass mehr als 60 Prozent des Pfarrhofes einer Nutzung zugeführt wurden, die dem kirchlichen Auftrag entspricht und gleichzeitig die finanzielle Belas-tung der Pfarre reduziert.


Der Obmann des Pfarrgemeinderates, Rudolf Krugluger, blickt mit viel Emotionen auf den Bauprozess zurück. Nach einer langen Planungsphase begann im Jänner des Vorjahres der Umbau. „Manche Abbrucharbeiten waren mit Wehmut verbunden, doch Schritt für Schritt entstand ein neues, helles und freundliches Pfarrzentrum. Die Fertigstellung erfolgte im November 2025, die Schlüsselübergabe am 1. Dezember." 


Zu Pfingsten steht nun die feierliche Einweihung an. „Ein Tag, auf den sich die gesamte Pfarrgemeinde freut“, unterstreicht Pfarrsekreätrin Terezija Katic. Zu danken und zu feiern gibt es genug: Denn das Pfarrzentrum Lehen sei heute ein Treffpunkt, „der Gemeinschaft  stärkt und Zukunft gestaltet".

 

Einladung zum Mitfeiern

 

Einweihungsfeier Pfarrzentrum St. Vinzenz in Salzburg-Lehen:
Die Erzdiözese Salzburg, die St.-Erentrudis-Stiftung und die Caritas mit Exit Nova und Lerncafé laden ein am Sonntag, 24. Mai.


9.30 Uhr: Hl. Messe mit Generalvikar Harald Mattel; Musik: St. Petersburger Vokalensemble und den Chor der Philippinischen Gemeinde
10.30 Uhr: Hauseinweihung
ab 11 Uhr: Stunde d. Offenen Türen und gemütliches Beisammensein

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Ausgabe 21_22|2026

„Es kann und darf nicht sein, dass Jugendliche auf der Straße schlafen müssen“, sagt Karoline Pfeiler, Leiterin des Exit Nova. Ihre Botschaft an junge Leute, die nicht mehr weiterwissen. „Zögert nicht und kommt zu uns.“
„Es kann und darf nicht sein, dass Jugendliche auf der Straße schlafen müssen“, sagt Karoline Pfeiler, Leiterin des Exit Nova. Ihre Botschaft an junge Leute, die nicht mehr weiterwissen. „Zögert nicht und kommt zu uns.“
Neben den persönlichen Rückzugsorten zeichnet die Notschlafstelle der moderne Gemeinschaftsraum  (im Bild) samt Küche aus.
Neben den persönlichen Rückzugsorten zeichnet die Notschlafstelle der moderne Gemeinschaftsraum (im Bild) samt Küche aus.
Pfarrzentrum Lehen
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