
Hallein. Er floh aus einem Land, in dem seit dem Ende der 1970er-Jahre fast unentwegt Krieg herrscht und hat in Salzburg nicht nur eine neue Heimat, sondern auch einen neuen Glauben gefunden: der in Afghanistan geborene Milad Akhlas Ahmadi. Seit zehn Jahren lebt er in Österreich, vor sechs Jahren konvertierte er vom Islam zum Christentum. Wie es dazu kam? „Ich war in einem Quartier im Lungau. Dort kam eine Deutsch-Lehrerin zu uns, die auch ab und zu über Religion gesprochen hat. Ich begann, mich für das Christentum zu interessieren, stellte der Lehrerin viele Fragen, ging mit ihr in die Kirche und suchte auch selbst nach Informationen. Besonders berührt hat mich der Gedanke der Nächstenliebe“, erinnert sich der heute 29-jährige FH-Student.
An einem Karfreitag hatte Milad schließlich eine Art Berufungserlebnis: „Ich war auf einem Markt und hatte plötzlich das Gefühl: Jetzt bist du bereit. Geh und sag jemandem, dass du Christ werden möchtest. Noch am gleichen Tag ging ich zur Kirche und erzählte dem dortigen Pfarrer Markus Danner, dass ich mich zu Christus hingezogen fühle und konvertieren möchte.“
Nach dem zirka einjährigen Taufunterricht war es schließlich so weit und Milad war sich auch über den richtigen Zeitpunkt sicher: „Es musste Pfingsten sein, weil da die Jünger auf einmal verschiedene Sprachen sprechen konnten. Das hat für mich eine große Bedeutung: dass jeder Mensch – egal welche Sprache er spricht oder von wo er kommt – eingeladen ist, Christ zu werden. Deswegen hat Jesus den Jüngern diese Fähigkeit gegeben.“
Heute spricht Milad längst ausgezeichnet Deutsch, hat aber nicht auf seine Muttersprache Farsi (Persisch) vergessen, die unter anderem im Iran, in Afghanistan und in Tadschikistan gesprochen wird. In der Erzdiözese Salzburg besucht er daher regelmäßig den katholischen Gottesdienst in Farsi, der jeden ersten Sonntag im Monat in der Peterskapelle beim Pfarrhof Hallein abgehalten wird. „Religion ist nicht wie Mathematik. Die bildliche Sprache und die Gleichnisse der Bibel versteht man oft in der eigenen Sprache besser als in einer Übersetzung“, beschreibt Milad die Vorzüge der „anderssprachigen Seelsorge“ in der Erzdiözese.
Eine schöne Fügung: Bei diesen Gottesdiensten trifft der Student wieder auf seinen Taufpriester Markus Danner, der heute Pfarrer und Dechant in Hallein ist. „Ich habe im Lungau viele Menschen aus Afghanistan und dem Iran getauft und bin mit manchen in Verbindung geblieben. Da ich möchte, dass sie auch zur Messfeier in ihrer Muttersprache Gelegenheit haben, bieten wir seit ungefähr dreieinhalb Jahren diese Gottesdienste an“, sagt Danner, der mittlerweile selbst in Farsi schreiben und lesen kann. Die Gemeinde sei klein, aber „es kommen relativ verlässlich zwei Familien und zwei Einzelpersonen“.

Markus Danner traut ein Ehepaar der farsisprachigen Gemeinde.
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