Mit den Fingern kratzen die Schülerinnen und Schüler der Ökolog-Klasse der Mittelschule Adnet Mulden in eine Bienenwabe. An dem Bienenwachs, mit dem die fleißigen Tierchen ihre Waben verschließen, klebt Honig. „Das ist der Bienenkaugummi“, erklärt Josef Pichler. Der Adneter ist seit mehr als 50 Jahren Imker aus Leidenschaft. Er betreut die Bienenstöcke von Erzbischof Franz Lackner im Bischofsgarten in Salzburg. Als Kind hat er sich immer über den Bienenkaugummi gefreut, der beim Entdeckeln der Waben vor dem Honigschleudern für ihn abfiel.
In einem Schulprojekt haben die Jugendlichen einen Bienenstock bemalt und durften zum Abschluss im Bischofsgarten beim Übersiedeln eines Bienenvolkes helfen. Insgesamt sind damit nun drei Bienenvölker der ortsüblichen, sanftmütigen Rasse Carnica für die Produktion des besonderen Bischofshonigs zuständig.
Die Caritas Salzburg erhält schließlich das Bienenwachs aus allen Bienenstöcken. Pichler rechnet mit etwa einem Kilo pro Stock und Jahr. Sollte es den Bienen im Bischofsgarten nicht gelingen, volle drei Kilo zu produzieren, werden er und seine Familie die fehlende Menge aus den privaten Bienenstöcken spenden.
Allen Beteiligten macht
dieses Projekt große Freude,
es stiftet Sinn und ermöglicht direkte Hilfe.
Aus den drei Kilo Wachs entstehen gut 250 kleine Kerzen, die gegen eine Spende im Salzburger Dom angezündet werden können. Geholfen wird mit dem Erlös Menschen im Nahen Osten. „Das Bienenwachs verarbeiten Menschen mit Behinderung im Dorf St. Anton zu Teelichtern. Allen Beteiligten macht dieses Projekt große Freude, es stiftet Sinn und ermöglicht direkte Hilfe“, freut sich Caritasdirektor Kurt Sonneck über die Zusammenarbeit.
Für die Schülerinnen und Schüler war der Ausflug in den Bischofsgarten ein besonderes Erlebnis und ein schöner Abschluss für ihr Projekt. Gemeinsam mit Imker Josef Pichler übersiedelten sie ein Bienenvolk in den neuen Stock. Gestochen wurde übrigens niemand. Mit Blick auf die Kinder deutete Erzbischof Lackner auf biblische Parallelen hin und hielt amüsiert fest: „Die Bienen zeigen uns, wie Arbeit zu verstehen ist – sie arbeiten für uns, aber auch für sich selbst.“
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