Die Energiewende hat auch die Tiroler Pfarre Voldöpp in Kramsach erreicht: Statt mit fossilem Erdgas wird das Gotteshaus seit kurzem klimafreundlich mit Strom aus Photovoltaik beheizt. Damit setzt die Pfarre ein starkes Zeichen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Erzdiözese Salzburg, die eine Reduktion der CO2-Emissionen um 60 Prozent bis 2030 vorsieht.
Nun schonen wir die Umwelt, heizen die Kirche gezielt und schützen Orgel und Kunstwerke.
Das Herzstück der Umstellung war der Ersatz eines Gas-Brennwertkessels durch zwei PV-Anlagen auf Widum und Mesnerhaus. Diese versorgen Infrarotstrahler unter den Kirchenbänken mit grünem Strom und ermöglichen im Zuge eines Raumklimamonitorings eine gezielte Beheizung während der Gottesdienste: Sie bringen die Wärme punktgenau zu den Menschen und nicht ins ganze Gebäude. Gleichzeitig verbesserte sich das Raumklima deutlich, da starke Temperaturschwankungen vermieden werden – ein wichtiger Beitrag zum Schutz der historischen Ausstattung wie Orgel, Gemälde und Figuren.
„Solche Projekte bringen uns unseren Klimazielen einen großen Schritt näher und zeigen, wie konkrete Maßnahmen vor Ort wirken können“, sagt Michael Hofstätter, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Erzdiözese Salzburg. Er ist überzeugt, dass die Pfarrkirche St. Nikolaus in Voldöpp zu einem gelungenen Beispiel für nachhaltige Energieversorgung im kirchlichen Bereich wurde. Durch die Umstellung können jährlich 22 Tonnen CO2 eingespart werden. Der benötigte Strom stammt ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen. Das reduziert die Emissionen der Pfarrkirche auf null.

Die Infrarotstrahler unter den Kirchenbänken mit grünem Strom bringen die Wärme punktgenau zu den Menschen und nicht ins ganze Gebäude.
Grundlage für die Umsetzung war ein umfassendes Energie- und Nachhaltigkeitskonzept, das die gesamte kirchliche Infrastruktur einbezog. Engagierte und fachkundige Mitglieder der Pfarre analysierten verschiedene Systeme, verglichen Kosten, entwickelten Maßnahmen, planten und suchten Förderungen in Eigenregie. Neben dem Pfarrkirchenrat mit Obmann Peter Schneider begleitete Hannes Madersbacher als Fachmann das Projekt. „Ich durfte das umfangreiche Energiekonzept entwickeln. Gemeinsam konnten wir unsere Pfarre wärmetechnisch klimaneutral und zukunftsfähig machen. Die engagierte Unterstützung des Pfarrkirchenrats war wertvoll und kosntruktiv“, so Madersbacher. Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Fachwissen und Engagement in einer Pfarre zusammenkommen. Neben dem Klimaschutz bringt die auch Lösung mehr Flexibilität: Überschüssiger Solarstrom kann direkt genutzt oder ins Netz eingespeist werden.

Auch am Mesnerhaus wurden PV-Module installiert.
Aktuelles E-Paper