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Der große Tag der kleinen Gemeinde

Mitglieder der veranstaltenden Philippinischen Gottesdienst Gemeinde Salzburg.  Seit den Anfängen in Salzburg eine treibende Kraft ist Joehara Darling Arcilla (2. v. r.).
Mitglieder der veranstaltenden Philippinischen Gottesdienst Gemeinde Salzburg. Seit den Anfängen in Salzburg eine treibende Kraft ist Joehara Darling Arcilla (2. v. r.).

Für manche ist es ein zweiter Ostersonntag: das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit, das auf Initiative der Philippinischen Gottesdienst Gemeinde Salzburg am Sonntag, 12. April, in Salzburg-St. Andrä gefeiert wird.

Thomas Manhart

Salzburg. Auf den Philippinen sind rund 80 Prozent der Menschen römisch-katholisch – und das nicht nur auf dem Papier.  So wird täglich zur Todesstunde Christi nahezu landesweit das öffentliche Leben unterbrochen, auch bei den meisten TV-Sendern, um für die Göttliche Barmherzigkeit zu beten. „Das ist ein kurzes Innehalten, zum Beispiel auch im Shopping Center, wo um 15 Uhr  aus den Lautsprechern das Gebet erklingt“, erinnert sich der Salzburger Priester Jerry Angeles, der von den Philippinen stammt. Seine Erklärung für diese Form der Frömmigkeit: „Die Barmherzigkeit ist in unserer Kultur wichtig – gegenüber der Familie, gegenüber Nachbarn, gegenüber armen Menschen. Zumal viele von uns Armut selbst erlebt haben und das Gefühl kennen.“

 

Der Salzburger Priester Jerry Angeles stammt selbst von den Philippinen.

 

Auch Joehara Darling Arcilla, eine treibende Kraft und Mitbegründerin der Philippinischen Gottesdienst Gemeinde Salzburg (im Bild oben), kennt dieses  Drei-Uhr-Gebet gut: „Die Philippinen sind ein sehr gläubiges Land. Und die Göttliche Barmherzigkeit gibt uns Hoffnung. Ohne Jesus gibt es keine Bedeutung.“ In diesem Sinne hält sie eine weitere Tradition ihrer Kultur hoch: das Fest zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit eine Woche nach dem Ostersonntag. „Seit letztem Jahr feiern wir es in St. Andrä, inklusive einer kleinen Prozession in Richtung Dreifaltigkeitsgasse, wenn es das Wetter zulässt.“

 

Die ganze Familie hilft mit  

 

Rosenkranz, Anbetung, Messe, Prozession (siehe rechts) – für Darling Arcilla soll  die Länge des Festes am 12. April nicht abschrecken, sondern „wie ein Buffet jedem etwas bieten, der teilnehmen möchte“. An den Vorbereitungen sind mehrere Mitglieder der Philippinischen Gemeinde sowie ihre ganze Familie beteiligt (vom Chorleiter bis zur Lektorin). Eingeladen sind neben den Einheimischen auch alle übrigen anderssprachigen Gottesdienstgemeinden Salzburgs. Und wie im Vorjahr werden von geistlicher Seite Generalvikar Harald Mattel und Jerry Angeles (mittlerweile im Pfarrverband Maxglan) erwartet. 

 

Eins ist gewiss: Es wird ein großer Tag für eine der kleinsten anderssprachigen Gemeinden der Erzdiözese. Die Filipinos feiern ihre Gottesdienste üblicherweise in der Stadtpfarre Salzburg-Lehen sowie  in Schwarzach im Pongau – mit maximal 50 bis 70 Gläubigen. 

 

 

wissenswert

 

Der Weiße Sonntag (Sonntag nach Ostern) wird seit 2000 auch als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gefeiert. Papst Johannes Paul II. folgte damit dem Wunsch der im Jahr 2000 heilig gesprochenen Sr. Maria Faustyna Kowalska. Sie gilt als Apostolin und Prophetin, der mehrfach Jesus Christus erschien und die auf Grundlage dieser Visionen ein Tagebuch verfasste. 

 

In der Stadt Salzburg wird am Sonntag, 12. April, in der Andräkirche das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit gefeiert: Rosenkranz (13 Uhr), Anbetung, Kerzenopfer (13.30 Uhr), heilige Messe (14.30 Uhr), Prozession (15.45 Uhr).

 

Prozession mit dem Bild Jesu nach der Beschreibung der heiligen Sr. Faustyna (St. Andrä, 2025). 

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Ausgabe 15 |2026


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