Christinnen und Christen, die mitdenken, mitreden, mitgestalten und mitentscheiden – dieses Selbstverständnis prägt die Katholische Aktion (KA). Doch ein Netzwerk, das so stark von Ehrenamtlichen getragen wird, steht heute vor einer zentralen Frage: Wie gelingt es, Menschen zu gewinnen und zu stärken, die Verantwortung übernehmen wollen? Eine Antwort darauf ist das neue Mentoringprogramm der KA Salzburg, ein Angebot, das nicht nur Kompetenzen von Einzelnen fördert, sondern die Zukunftsfähigkeit der Organisation stärkt. Und weil die ersten Erfahrungen so positiv sind, wird das Programm fortgesetzt.
Wer in der Katholischen Aktion mitwirkt, tut das nicht im Schatten, sondern aus einer Haltung heraus. Dieser Anspruch ist herausfordernd und setzt Dialogfähigkeit voraus. Aber wie soll Dialog gelingen, wenn niemand ihn einübt? „Heute brauchen wir mehr denn je Menschen, die den Dialog fördern und ihn mit festem Willen und geduldiger Entschlossenheit praktizieren“, formuliert es Papst Leo XIV.
Jede und jeder hat die Möglichkeit einen Unterschied zu machen – im eigenen Umfeld, im Beruf, in der Kirche.
Daran knüpft Simon Ebner, Generalsekretär der Katholischen Aktion Salzburg, an. Er erinnert auch daran, dass jede und jeder täglich die Möglichkeit hat, einen Unterschied zu machen – im eigenen Umfeld, im Beruf, in der Kirche. Und genau das tun die Ehrenamtlichen der Katholischen Aktion „jeden Tag in den Einrichtungen und den Gliederungen“.
Die Katholische Aktion Salzburg lebt dabei von ihrer bunten Mischung: Menschen aus allen Regionen der Erzdiözese, mit unterschiedlichsten Berufen, Bildungswegen und Lebenserfahrungen. Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern Programm. Sie macht ein Netzwerk auch in Zeiten des demografischen Wandels widerstandsfähig, kreativ und offen für die Herausforderungen, vor denen Kirche und Gesellschaft stehen.
Doch Vielfalt alleine genügt nicht. Es braucht zuallerst Menschen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die bereit sind, an den Knotenpunkten dieses Netzwerks zu stehen: als Leitungspersonen, als Mutmacherinnen, als Brückenbauer. Gezielte Förderung wie durch das einjährige Mentoring-Programm soll dieses Engagement erfolgreich (nach)wachsen lassen.

Gudrun Steindl, ehemalige Vorsitzende der Katholischen Jugend, gehört dem ersten Mentoring-Jahrgang an. Die vierfache Mutter erzählt, warum sie sich Zeit genommen hat, trotz Job, trotz Familie, trotz voller Tage. Als Logopädin verbinde sie momentan beruflich wenig mit Kirche, doch die KA hat sie geprägt und sei ihr nach wie vor wichtig. „Ich habe dort Kraft geschöpft – für meinen Glaubensweg und für mich persönlich.“ Für sie zeigt die Katholische Aktion, dass Kirche nicht verstaubt, sondern lebendig ist. Dass sie Menschen stärkt. Dass sie gebraucht wird. Das Mentoring hat ihr Blickfeld erweitert: Medienkompetenz, Entscheidungsfindung, Diözesangeschichte – das seien neue Themen für sie gewesen. Und sie streut dem Programm Rosen: „Es war Bildung für mich. Und es hat mir gutgetan.“
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