Schwere Zeiten gehören zum Leben. Krankheit, Verlust, Sorgen oder persönliche Krisen können Menschen an ihre Grenzen bringen. „Einen Verlust erleben wir immer dann, wenn etwas, das wir uns wünschen, nicht eintritt. Eine Jobabsage oder wenn ein gesundes Kind chronisch erkrankt. Das löst Trauer aus“, beschreibt Regina Jones. Doch was hilft, wenn das Leben aus der Bahn gerät, etwa weil ein Kind todkrank ist? Wie können wir uns darauf vorbereiten, damit umgehen und neue Kraft schöpfen?
Diesen Fragen widmet sich der Vortrag „Vom Leben gebeutelt – Bewältigungsstrategien für schwere Zeiten“. Als erfahrene Kinderonkologin und Gründerin des mobilen Kinderhospiz- und Palliativteams „Papageno“ begegnet Regina Jones im Berufs-
alltag immer wieder Menschen, die mit existenziellen Herausforderungen konfrontiert sind. „Ich habe viele Familien begleitet, deren Kind verstorben ist. Das ist einer der schlimmsten Schicksalsschläge. Ich würde mir nie anmaßen, Menschen in solchen Situationen Ratschläge zu geben – es gibt kein Patentrezept. Wer das nicht selbst erlebt hat, kann das nicht nachempfinden“, ist Regina Jones überzeugt. Aus diesen Begegnungen heraus zeigt sie Gefühls- und Gedankenwelten auf und spricht über Wege, die helfen können, schwierige Lebensphasen zu tragen – mit medizinischer Erfahrung, menschlicher Nähe und einem Blick auf das, was Hoffnung schenken kann.
Man kann nur da sein und zuhören. Diesen schwierigen Weg muss jede und jeder selbst gehen.

Regina Jones ist Kinderonkologin und leitete lange das mobile Kinderhospiz Salzburg.
Eine spirituelle Basis kann helfen, mit einem Verlust umzugehen. „Einige verlieren sie im Rahmen einer Erkrankung. Andere finden sie gerade dann“, sagt die Oberärztin der Universitätsklinik Salzburg. Ihrer Ansicht nach ist Trauer ein wichtiger Teil der Bewältigung. „Der Schmerz bleibt. Man kann nur lernen, damit umzugehen“, betont sie. Nicht hilfreich sei Mitleid: „Es geht ums da sein, ums zuhören – und dort einzugreifen, wo Bedarf ist. Aber oft genau da, wo man es selbst nicht erwartet. Deshalb muss man offen sein. Man kann nur versuchen, diese Menschen zu begleiten. Den Weg muss jede und jeder selbst gehen“, hebt sie hervor. „Ich habe größten Respekt vor Menschen, die solche Situationen durchgemacht und gemeistert haben. Ich kann nur mit meiner medizinischen Expertise da sein sowie Schmerzen und andere belastende Symptome lindern. Ich bin dankbar, so viele starke und großartige Kinder und Familien kennen gelernt zu haben“, so Jones, die diese Begegnungen geprägt haben.
teilnehmen
Regina Jones referiert zum Abschluss der Halleiner Fastenserie „Herausforderung Leben – Ermutigungen“ zum Thema „Vom Leben gebeutelt – Bewältigungsstrategien für schwere Zeiten“ am Dienstag, 24. März (19 Uhr) im Pfarrzentrum Neualm.
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