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Wie nah Freud und Leid im Sport beieinanderliegen, zeigt sich gerade bei den Olympischen Winterspielen: Österreichs Team hat bereits Medaillen geholt, aber auch Enttäuschungen erlebt. Ebenso die schwer gestürzte US-Amerikanerin Lindsey Vonn. Österreichs Olympiaseelsorger Johannes Lackner sagte dazu: „Der Unfall ist tragisch, aber Vonns Umgang mit der Tragödie vorbildhaft. Sie hat gesagt, so ist das Leben, es geht weiter.“ Im Leben könne man nicht immer nur gewinnen, „man muss wieder aufstehen. Das lehrt uns der Glaube und ist ja etwas Urchristliches. Jesus hat den Tod besiegt und ist am dritten Tag wiederauferstanden“, fuhr der Olympiakaplan fort.
Der Respekt vor der Leistung anderer stehe im Zentrum von Olympia, betonte der Seelsorger. Zudem zeige sich die wahre Größe im Sport wie auch im Glauben nicht darin, ob man gewinnt oder verliert, sondern wie man mit Niederlagen umgeht. Der Glaube helfe, mit Niederlagen umzugehen, und gebe Kraft, im harten Wettkampf zu bestehen, sagte Lackner. Das mache sich auch im österreichischen Team bemerkbar, erzählte Lackner. „Nach seinem Goldsieg im Snowboard hat Benjamin Karl ein Kreuzzeichen gemacht.“ Karl Ziesler, der Papa von Conny Hütter, habe „fest“ für sie gebetet und ein Kerzerl für sie angezündet.
Neben aller Freude hat den Olympiakaplan der Ausschluss des Skeletonfahrers Heraskewytsch nachdenklich gestimmt. Der Ukrainer wurde disqualifiziert, da er darauf bestand, den Helm mit 20 Porträts von im russischen Angriffskrieg getöteten ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern zu tragen. „Ich stehe inhaltlich ganz hinter seinem Anliegen, zeigen zu wollen, wie viel Leid der Krieg verursacht. Ich kann aber auch die Entscheidung des IOC nachvollziehen“, erklärte Johannes Lackner. Es sei wichtig, politische Konflikte nicht in den Wettkampf zu tragen. Auch religiöse Zeichen dürften nicht getragen werden. kap
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